(Ohn)mächtige Städte in Zeiten der neoliberalen Globalisierung

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Angaben zur Literatur:

Heinz-Städte-Globalisierung.png

Autor(en): Werner Heinz


(Ohn)mächtige Städte in Zeiten der neoliberalen Globalisierung

Verlag: Westfälisches Dampfboot
Ort: Münster
Erscheinungsjahr: 2015
Seitenzahl: 194
Preis: 14,90
ISBN 978-3-89691-721-8

Aus dem Inhalt[Bearbeiten]

Vorwort von Frank Bsirske

  1. Neoliberale Globalisierung
  2. Marktdominierte Transformation städtischer Strukturen
  3. Wirtschaftspolitische Weichenstellungen im Kontext der neoliberalen Globalisierung
  4. Vorrang außenorientierter Wettbewerbspolitiken - New Urban Policy
  5. Innenorientierte Versorgungspolitiken - Öffentliche Daseinsvorsorge
  6. Bilanz
  7. Wie können Kommunen von Getriebenen zu Gestaltern ihrer Entwicklung werden?

Rezension von Wolfgang Pohl[Bearbeiten]

Die vielzitierte "Globalisierung" bezeichnet ein Bündel von Entwicklungen, die nicht nur die Wirtschaft, sondern ebenso die Politik erfasst haben und sie seit einigen Jahrzehnten wesentlich bestimmen. Die Städte können sich ihr nicht entziehen: Metropolen stehen inzwischen in weltweiter Konkurrenz, die Privatwirtschaft hat viele städtische Aufgaben übernommen, die vormals als öffentlich galten - und wo nicht, bestimmt sie doch die Logik des politischen Handelns, denken wir nur an Doppik und neue Steuerungsmodelle.

Werner Heinz, seit Jahrzehnten als Stadtplaner, Stadtforscher und Berater aktiv, legt hier - nach seiner vergriffenen difu-Studie "Der große Umbruch" von 2008 - eine zweite Publikation zum Thema vor, in der er zunächst zusammenfassend, aber sehr klar beschreibt, was unter "Globalisierung" eigentlich zu verstehen ist, um sich dann dem eigentlichen Gegenstand zuzuwenden: Wie verändern sich städtische Strukturen? Welche Politikmodelle dominieren (auch) in den Städten? Wie verändern sich Konzept und Praxis der Daseinsvorsorge?

Die Bilanz fällt pessimistisch aus. Die soziale Spaltung - zwischen den, aber auch innerhalb der Städte - wächst, die Ressourcen zur Problembewältigung werden knapper, Rahmenbedingungen restriktiver, kommunale Kompetenzen schrumpfen. All dies zeichnet der Autor sehr kenntnisreich und konkret nach. Umso interessierter habe ich zum letzten Kapitel "Wie können Kommunen von Getriebenen zu Gestaltern ihrer Entwicklung werden?" geblättert. Dass dies nur drei Seiten umfasst, spricht Bände - und auch von diesen drei Seiten beschreiben zwei, was sich alles ändern müsste, damit die Kommunen handlungsfähig würden. Sie münden in der Feststellung: "Eine Umsetzung des erforderlichen Paradigmenwechsels auf Seiten von Europäischer Union und Bund zu erwarten, ist gegenwärtig eine Illusion, und auch eine Ausweitung der kommunalen Mitwirkungsrechte und Handlungsspielräume hat derzeit wenig Aussicht auf Erfolg."

Dies bildet sicher die Verhältnisse realistisch ab; was mir aber fehlt, ist der Blick auf die (potenziellen) Subjekte: Welche Kräfte gibt es denn, die den Anspruch auf Gestaltung erheben? Wer müsste sich in der Stadt, mit wem müsste sich die Stadt selbst verbünden, um Gestaltungskraft zurückzugewinnen? Denn eines ist sicher: Die Zukunft der Stadt entscheidet sich nicht zwischen Rat, Verwaltung und Bürgermeister(in), sondern - neben den nationalen und internationalen Politikebenen - in der städtischen Gesellschaft selbst.

Werner Heinz hat ein analytisches, kluges Buch für alle geschrieben, die auch und gerade als kommunalpolitisch Handelnde über den lokalen Tellerrand hinausblicken möchten. Als nächstes möchte ich ein ebenso kluges Buch lesen, das über die Analyse hinausgeht, Akteurinnen und Akteure des notwendigen Wandels benennt und neue Politikansätze für die Städte formuliert. Vielleicht muss dies Buch erst noch geschrieben werden.

(Eine kurze Antwort des Autors hierauf findet sich auf der Diskussionsseite)

Rezension von Thomas Eberhardt-Köster[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]