Beteiligungskultur

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Der Begriff "Beteiligungskultur" steht für das Ziel, Beteiligung nicht nur punktuell zu ermöglichen, sondern zu einem dauerhaften und verlässlichen Bestandteil der kommunalen Entscheidungsprozesse zu machen und hierfür einen Rahmen zu schaffen. Dies als "Kultur" zu sehen bedeutet, den Zusammenhang zwischen Regeln, Gewohnheiten und Haltungen der Akteure in den Blick zu nehmen.

Difu-Forschungsprojekt[Bearbeiten]

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat im Jahr 2012 ein Forschungsprojekt zur Bürgerbeteiligung an Großprojekten der Stadtentwicklung durchgeführt und in den daraus entstandenen Publikationen den Begriff der Beteiligungskultur in den Mittelpunkt gestellt (siehe Literaturhinweise am Schluss). Dabei wurde Beteiligungskultur wie folgt definiert:[1]

"Eine kommunale Beteiligungskultur formuliert grundsätzliche Regeln für den übergeordneten Prozess und macht verbindliche Vorgaben für die Durchführung von Beteiligungsprozessen. Beteiligungskultur definiert somit die Leitplanken für die einzelnen Verfahren und Prozesse. ... Beteiligungskultur verknüpft als "Mehrfachdialog" Einzelaktivitäten strategisch und nachhaltig. ... Eine kommumale Beteiligungskultur bietet den Vorteil, dass frühzeitig Konflikte und Krisen, aber auch latente Interessen und Bedürfnisse erkannt werden können ... Kommunale Beteiligungskultur ... beginnt mit der gemeinsamen Entwicklung von Spielregeln für kooperative Prozesse. Diese Form der Beteiligungskultur muss jede Stadt für sich entwerfen und dabei ihren eigenen Weg finden und gehen. ... Kommunale Beteiligungskulturen sind dabei als Bestandteil der jeweiligen lokalen Demokratie zu begreifen, sie sind eine umfassende Aufgabe, die weit über Stadtplanung und Stadtentwicklung hinausgeht."

Aus Sicht der Autor/inn/en beschreibt der Begriff ein Ziel, nicht eine bereits bestehende (flächendeckende) Realität; sie sehen "viele Inseln der Beteiligung, aber keine Pratizipationskultur"[2]. Auf viele, auch grundsätzliche Fragen müsse jede Kommune eigene Antworten finden, so dass beim Difu auch von "Beteiligungskulturen" gesprochen wird.

Auch der Deutsche Städtetag verwendet den Begriff der Beteiligungskultur in einem Arbeitspapier von 2013 (siehe Weblinks).

Fußnote[Bearbeiten]

  1. zitiert aus: Stephanie Bock, Bettina Reimann, Klaus-J. Beckmann: Auf dem Weg zu einer kommunalen Beteiligungskultur: Bausteine, Merkposten und Prüffragen, difu-Sonderveröffentlichung 2013, S. 14
  2. ebenda, S. 13

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Kommunale Beteiligungskultur: Mehr als eine gute Idee? Interview von Dr. Stephanie Bock und Dr. Bettina Reimann mit der leitenden Baudirektorin Monika Kunz von der Landeshauptstadt Saarbrücken über Chancen und Grenzen einer Beteiligungskultur (aus: Difu-Berichte 1/2014)

Siehe auch[Bearbeiten]