Brennstoffzellen-Züge

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Der versuchsweise Einsatz zweier emissionsfreier Züge auf einer Regionalstrecke in Niedersachsen ist nach ersten Auswertungen erfolgreich verlaufen. Zwei Brennstoffzellen-Züge verkehren seit September 2018 auf der Strecke Cuxhaven-Buxtehude. Sie ersetzen dort Dieselfahrzeuge, da die Strecke nicht elektrifiziert ist. Nach Angaben des Herstellers Alstom und des Betreibers, der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), beeindrucken die Züge neben der Schadstoff-Freiheit vor allem durch ihren leisen Lauf.

Die Züge werden mit Wasserstoff betankt. Die erste und bislang einzige Wasserstoff-Tankstelle für Züge steht in Bremervörde. Jeder Zug muss nur einmal täglich betankt werden. Eine Brennstoffzelle wandelt den Wasserstoff zusammen mit Luftsauerstoff in Strom um; als "Abgas" entsteht dabei lediglich Wasserdampf. Die in Lithium-Ionen-Akkus gespeicherte elektrische Energie treibt Elektromotoren an.

Nach den Erfahrungen von drei Monate Betrieb funktionieren die Züge ebenso gut wie dieselgetriebene Fahrzeuge, fahren jedoch wesentlich leiser. Sie erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Das Land Niedersachsen hat die Anschaffung mit gut 80 Mio. € gefördert. Die LNVG hat bereits 14 weitere Züge bestellt, die ab 2021 fahren sollen; auf längere Sicht plant das Land Niedersachsen die Umstellung des gesamten regionalen Schienenverkehrs. Auch weitere Bundesländer haben entsprechende Absichtserklärungen abgegeben. Anfragen erreichen den Hersteller inzwischen aus aller Welt.

Kritik an Wasserstoff als Energieträger[Bearbeiten]

Der Einsatz von Wasserstoff als Energieträger in großem Stil stößt jedoch auf Kritik. Er wird in der Regel mit Hilfe von Strom (z.B. Überschussproduktion von Windenergie) gewonnen. Wenn mit Strom Wasserstoff erzeugt und dieser später wieder zur Stromgewinnung verwendt wird, stellt dies zwar eine Möglichkeit dar, überschüssige Energie zu speichern, doch entstehen dabei insgesamt große Verluste. Zudem müsste bei einem geplanten Einsatz in großem Stil eine neue, eigene Infrastruktur aufgebaut werden.

Weblinks[Bearbeiten]