Elektronische Rechnung

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Bis zum 18. April 2020 müssen Kommunen in Deutschland die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie elektronische Rechnungen ("E-Rechnungen") empfangen und weiterverarbeiten können. Die Grundlage dafür bildet die EU-Richtlinie 2014/55/EU[1], die mit dem sog. E-Rechnungsgesetz[2] in deutsches Recht umgesetzt wurde.

Für die Kommunen bedeutet dies nicht nur eine technische, sondern auch eine organisatorische Aufgabe. Je nach gewähltem Modell müssen Verwaltungsbereiche und -abläufe neu strukturiert werden. Zusammen mit den notwendigen Vorüberlegungen und Analysen der eigenen Prozesse sollten für die Einführung der E-Rechnung rund zwei Jahre veranschlagt werden.

Modellprojekt Dahme-Spree mit Umsetzungsleitfaden[Bearbeiten]

Der Landkreis Dahme-Spree (Brandenburg) hat gemeinsam mit anderen Kommunen und einem Beratungsunternehmen ein Modellprojekt durchgeführt und in diesem Rahmen einen "Erfahrungsbericht und Umsetzungsleitfaden" erstellt.[3] Dieser enthält ein Vorgehensmodell zur Einführung der E-Rechnung sowie den Werkstattbericht des Projektes und zahlreiche Empfehlungen aus der Praxis.

Ende 2018: Ca. 40% der Kommunen noch unvorbereitet[Bearbeiten]

Nach einer im November 2018 veröffentlichten Kurzstudie der ibi research an der Uni Regensburg waren zu diesem Zeitpunkt rund 40% der befragten Kommunen noch nicht auf den Empfang und die Weiterverarbeitung von elektronischen Rechnungen vorbereitet. 68% der Kommunen, die elektronische Rechnungen akzeptieren, drucken diese unittelbar nach Empfang aus und verarbeiten sie papierhaft weiter. Dabei hat ein elektronischer Workflow deutliche Vorteile: Der Befragung zufolge benötigt eine Rechnung in Papierform im Durchschnitt fast 21 Stunden Bearbeitungszeit, bei elektronischer Verarbeitung ist der Vorgang nach 9 Stunden abgeschlossen.[4]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Amtsblatt der Europäischen Union, L 133, 6. Mai 2014: Richtlinie 2014/55/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über die elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen
  2. Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2014/55/EU über die elektronische Rechnungsstellung im öffentlichen Auftragswesen vom 4. April 2017 (pdf-Format, 2 Seiten)
  3. PD Berater der öffentlichen Hand GmbH im Auftrag des Landkreises Dahme-Spreewald: Modellprojekt zur Einführung der E-Rechnung in der Kommunalverwaltung im Landkreis Dahme-Spreewald, Februar 2017 (pdf-Format, 82 Seiten)
  4. ibi research: ibi-E-Government-Studie untersucht Payment- und Rechnungsprozesse in Kommunen, 13.11.2018, mit Möglichkeit zum Download (pdf-Format, 36 Seiten). Siehe auch: Cebra, Umsetzungsfrist 2020: Kommunen mit E-Rechnung noch überfordert, 05.11.2018; Ariane Mohl: Viele Kommunen hängen mit der E-Rechnung hinterher, Der Neue Kämmerer, 13.11.2018; Susanne Ehneß: Viele Kommunen sind nicht bereit für die eRechnung, eGovernment Computing, 13.11.2018

Siehe auch[Bearbeiten]