Gemeinsam sind wir reich

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Angaben zur Literatur:


Autor(en): Alexander Dill


Gemeinsam sind wir reich

Verlag: Oekom Verlag
Ort: München
Erscheinungsjahr: 2012
Seitenzahl: 204
Preis: 14.95 €
ISBN 978-3-86581-288-9


Vollständiger Titel[Bearbeiten]

Gemeinsam sind wir reich – Wie Gemeinschaften ohne Geld Werte schaffen

Aus dem Inhalt[Bearbeiten]

  • Was ist Sozialkapital?
  • Wie Gemeinschaften erfolgreich ihr Sozialkapital nützen
  • Wie Sozialkapital gemessen wird
  • Ungenutzte Potenziale – Beispiele für brachliegendes Sozialkapital
  • Wie kann Sozialkapital angewandt werden?
  • Ausblick: Willkommen Abschwung!

Rezension von Gerald Munier (Bielefeld)[Bearbeiten]

Der Autor des Buches ist promovierter Soziologe, hat 20 Jahre berufliche Tätigkeit in der freien Wirtschaft hinter sich und gründete 2009 das „Basel Institute of Commons and Economics“. Sein Denkansatz geht davon aus, dass Gemeinschaften an Lebensqualität dazugewinnen, wenn sie ihr Sozialkapital mobilisieren und Werte ohne Geld schaffen.

Das leitende Beispiel Dills ist die Schließung des letzten Dorfgasthauses in einer kleinen badischen Gemeinde. Dort waren die Bürgerinnen und Bürger nun gezwungen, in die Nachbardörfer zu fahren, wenn sie einmal ein Bier trinken oder eine Brotzeit einnehmen wollten. Dann kam der Bürgermeister auf die Idee, Haus und Grundstück für 400.000 € zu erwerben und auf Erbpachtbasis für 50 Jahre einer Genossenschaft zu übertragen. Diese mobilisierte durch Anteilszeichnungen weitere 200.000 €. Schließlich wurden durch freiwillig erbrachte Arbeitsstunden beim Ausbau und der Renovierung der Gaststätte wertmäßig nochmal 200.000 € generiert.

Die Gemeinde hat nun wieder ein Dorfgasthaus, welches in Freiwilligenarbeit geführt wird und das Gemeindeleben entsprechend bereichert. Von diesem positiven Beispiel ausgehend, rechnet der Autor hoch, auf welchen Bereichen sich überall Sozialkapital mobilisieren ließe und führt dazu zahlreiche Beispiele – auch aus anderen Ländern – an. Speziell für Deutschland ist die Ansage, dass wir reicher sind, als wir denken, wenn nur die brachliegenden Kapazitäten der Gemeinschaft mobilisiert werden würden.

Das Buch kann sicherlich für den Neueinsteiger lehrreich sein, weil es viele Möglichkeiten sozialer Freiwilligenarbeit aufzeigt. Für diejenigen Leserinnen und Leser, die – etwa in Vereinen – schon seit längerer Zeit ehrenamtliches Engagement einbringen, dürfte der Band jedoch kaum neue Erkenntnisse enthalten. Es besteht eher die Gefahr, dass durch den schwer fassbaren Begriff des „Sozialkapitalismus“ die herkömmliche Ehrenamtlichkeit soziologisch überhöht und verkompliziert wird.

Erschienen in AKP 3/2012, S. 48.

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