Hebesatz

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Ein Hebesatz ist ein Faktor, den die Gemeinde festlegt und der dazu dient, die tatsächliche Höhe einer Steuerschuld zu bestimmen. Hebesätze werden auf die Realsteuern (Gewerbesteuer, Grundsteuer) angewandt. Sie werden in Prozent (bzw. vH = vom Hundert) ausgedrückt.

Die Gemeinde legt in ihrer Haushaltssatzung die Hebesätze für das jeweilige Haushaltsjahr fest, sie können sich also jährlich verändern. Für die Steuerpflichtigen ermittelt zunächst das Finanzamt den jeweiligen Steuermessbetrag. Die Gemeinde multipliziert ihn mit dem entsprechenden Hebesatz.

  • Beispiel: Der Steuermessbetrag für einen Gewerbebetrieb wurde vom Finanzamt auf 100.000 € festgesetzt. Wenn der Hebesatz der Gemeinde 400% beträgt, wird dies mit 4 multipliziert. Der Steuerbescheid der Gemeinde an den Gewerbebetrieb lautet also auf 400.000 €.

Über den Hebesatz hat die Gemeinde somit Einfluss auf die Höhe der eingenommenen Steuern. Da die Gemeinden untereinander in Konkurrenz um Gewerbebetriebe und einkommensbeziehende Einwohner/innen stehen, setzen sie die Hebesätze jedoch nicht beliebig hoch an. Sie hängen vor allem davon ab, wie attraktiv die Gemeinde insgesamt für Ansiedlung ist. Im Fall von Haushaltssicherungskonzepten drängt zudem jedoch die Kommunalaufsicht auf höhere Hebesätze.

Typischerweise liegen die Hebesätze der Gewerbesteuer in ländlichen Räumen oft bei oder unter 300%, in Großstädten mit viel Gewerbe über 400%. Am höchsten liegen sie in den Gemeinden in NRW mit Haushaltssicherungskonzept, nämlich bis zu 520% (Stand 2012). Gesetzlich gilt für die Gewerbesteuer ein Mindesthebesatz von 200%.

Die Hebesätze bei der Grundsteuer differieren nicht ganz so stark. Bei der Grundsteuer A (für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen) liegen sie typischerweise zwischen 280 und 310%, die für die Grundsteuer B (für bebaute oder bebaubare Grundstücke) zwischen 360 und 470% (Stand 2011).

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