Illegale Müllentsorgung

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Illegale Müllentsorgung ist für viele Gemeinden ein Problem. Nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur aus dem Jahr 2015 unter größeren Kommunen räumen diese jährlich Hunderte Tonnen Müll weg, die Kosten betragen in einzelnen Kommunen -zig Tausend Euro[1]. Berlin gibt jährlich sogar rund 4 Mio. € für die Beseitigung illegal abgeladenen Mülls aus.[2] In Sachsen-Anhalt wurden 2016 rund 4.000 t illegal abgeladener Abfälle durch Kommunen beseitigt, die Kosten werden auf mindestens 1,14 Mio. € beziffert.[3]

Ausmaß und rechtliche Bewertung[Bearbeiten]

Eine einheitliche Tendenz scheint es nicht zu geben; in einigen Kommunen nimmt die Menge des illegal entsorgten Mülls ab, in anderen steigt sie an. Der Grund liegt nicht immer in den Kosten der Abfallentsorgung; illegale Deponierung von Müll wird auch dort beobachtet, wo die Kommune Sperrmüll kostenlos abholt.

Die illegale Entsorgung von Abfällen stellt im einfachen Fall eine Ordungswidrigkeit dar. Wenn es um gefährliche Abfälle geht (z. B. Autos mit Ölrückständen), handelt es sich um eine Straftat. Größere Kommunen stellen jährlich einige Dutzend Anzeigen, jedoch werden nur in ca. einem von 500 Fällen die Verursacher/innen ermittelt.[4]

Die Einführung eines Internet-Beschwerdemanagements führt offenbar zu stark erhöhten Meldungen. So wuchs in acht Berliner Bezirken, die 2016 der Plattform "Ordnungsamt online" beitraten, die Zahl der gemeldeten illegalen Müllablagerungen von 7.250 auf knapp 27.000.[5]

Umstrittene "Putzaktionen"[Bearbeiten]

Einige Kommunen führen regelmäßig öffentliche, durch Ehrenamtliche unterstützte Säuberungsaktionen durch, beispielsweise die Aktion "Magdeburg putzt sich", bei der im Frühjahr 2017 rund 8.500 Magdeburger/innen 567 t Müll einsammelten.[6] In Dessau-Roßlau wurde dagegen der jährliche Frühjahrsputz vor einiger Zeit eingestellt. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass Bürger wie auch Firmen diese Aktionstage als Chance gesehen hätten, ihre eigenen Abfälle auf Kosten der Allgemeinheit zu entsorgen.[7] Die Redaktion von "inSüdthüringe.de" erinnern die Aktionen an die "Subbotniks" der DDR-Zeit; sie sehen die Ursache für ihren Bedeutungszuwachs im Sparzwang der Gemeinden.[8] Auch in NRW gibt es solche Müllsammelaktionen, z.B. im Bergischen Land.[9] Auch anderswo werden solche Aktionen als "Frühjahrsputz" bezeichnet, wie z.B. in Rostock und Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern)[10] oder in vielen sächsischen Kommunen[11]. In Brandenburg gibt es solche Aktionen beispielsweise in Cottbus und in einigen Ortsteilen Potsdams.[12]

Siehe auch[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Volksstimme, Kommunen kämpfen gegen illegale Müllkippen, 26.05.2015
  2. focus regional: Entsorgung illegalen Mülls kostet Millionen, 31.01.2017
  3. Volksstimme: Kommunen kostet illegaler Müll Millionen, 13.07.2017
  4. MDR, Kommunen kämpfen gegen illegale Müllkippen, 26.05.2015
  5. focus: Illegaler Sperrmüll auf Berlins Straßen: 27 000 Meldungen, 22.04.2017
  6. focus, Frühjahrsputz-Aktion in Magdeburg bringt 567 Tonnen Müll, 22.04.2017; in früheren Jahren kamen ähnliche Zahlen zustande: Zwischen 8.300 und 8.700 Teilnehmende, über 500 t Müll
  7. Stadt-Sprecher Carsten Sauer laut MDR, siehe Kommunen kämpfen gegen illegale Müllkippen, 26.05.2015
  8. inSuedthueringen.de: Frühjahrsputz steht im Zeichen des Sparens, 11.03.2017
  9. Bergische Landeszeitung, Müllsammelaktionen finden überall in den bergischen Kommunen statt, 11.03.2017
  10. focus regional: Müll in Grünanlagen: Städte starten Aufräumaktionen, 11.03.2017
  11. focus regional: Frühjahrsputz in Sachsen: Bürger zum Mitmachen aufgerufen, 11.03.2017
  12. Berliner Morgenpost: Brandenburgs Kommunen rufen zum Frühjahrsputz auf, 12.03.2017

Weitere Weblinks[Bearbeiten]