Junge Nationaldemokraten

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Basisdaten
Gründungsdatum: 1969
Vorsitzender: Michael Schäfer
Mitglieder: ca. 400 (Stand: 2008)
Gliederung: 5 Landesverbände[1]
Website: www.jn-buvo.de

Die Jungen Nationaldemokraten (JN) sind die offizielle Jugendorganisation der rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). Die Gründung erfolgte 1969, der heutige Sitz der Organisation ist Bernburg (Sachsen-Anhalt), die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Riesa. Die JN zählen derzeit rund 400 Mitglieder[2] und sind laut NPD-Satzung „integraler Bestandteil“ der Partei. Die NPD verfügt damit als einzige rechtsextreme Partei über eine zahlenmäßig relevante Jugendorganisation.

Ideologie[Bearbeiten]

Die JN bekennen sich zur rechtsextremen Ideologie und zum Grundsatzprogramm der NPD, vertreten diese Standpunkte aber wesentlich aggressiver, was sich sowohl während Demonstrationen als auch im politischen Stil zeigt. Ihre regelmäßig erscheinende Publikation heißt „Der Aktivist“. In diesem Zentralorgan bezeichnen sie sich unter der Überschrift „Der Bundesführer hat das Wort“ als „Vertreter des nationalrevolutionären Flügels innerhalb der NPD“. Die Jugendorganisation kritisiert diejenigen in der NPD, die den „Kampf um die Parlamente“ zum „wichtigsten Kampfziel“ gemacht hätten. Stattdessen sei „Widerstand und Kritik angebracht, da in diesen Entwicklungen die Gefahr der schrittweisen Anpassung und Verbürgerlichung“ bestehe.[3]

Organisation[Bearbeiten]

Die Jungen Nationaldemokraten gliedern sich in einen Bundesverband und einige Landesverbände. Der Vorsitzende der JN ist Kraft seines Amtes automatisch Vorstandsmitglied der NPD. Unter anderem waren der spätere NPD-Vorsitzende Günter Deckert und Holger Apfel, heute stellvertretender Parteivorsitzender und Chef der sächsischen Landtagsfraktion, früher Bundesvorsitzende der Jungen Nationaldemokraten und nutzten dies zum Sprungbrett in die Führungsetage der NPD. Die JN sind nicht in allen Bundesländern vertreten. Aktiv ist die Organisation vor allem im Süden und Osten der Bundesrepublik: In Baden-Württemberg existierten Mitte 2008 zehn, in Sachsen neun, in Bayern acht, in Sachsen-Anhalt sieben und in Thüringen fünf Stützpunkte. Rekrutiert werden meist Mitglieder der „Freien Kameradschaften“. Schwerpunkt liegt in der Jugendarbeit durch „Formung und Schulung“ der Mitglieder zwischen 14 und 35 Jahren.

Generell leistet die NPD intensive Jugendarbeit. Sie gibt Nachhilfestunden, organisiert Feste und Freizeiten und besitzt eine eigene Fußballmannschaft. Zielsetzung der Partei und der JN ist es, über zunächst unpolitisch erscheinende Aktivitäten Jugendliche und Kinder an rechtsextremistisches Gedankengut heranzuführen. Unter Vorspiegelung einer jugendpflegerischen Tätigkeit betreibt sie eine gezielte Ideologisierung der Teilnehmer. Hier gibt es starke Ähnlichkeiten zu der Hitler-Jugend (HJ) und damit zu der Zeit des Dritten Reichs. Mit dem Nationalen Bildungskreis (NBK) verfügt die JN zudem über eine Hochschulorganisation, die auch teilweise bei Hochschulwahlen, wenngleich bisher erfolglos, antritt.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Meist einmal jährlich führt die JN den „Europäischen Kongress der Jugend“ durch. Diese Veranstaltung stellt ein wichtiges Treffen innerhalb der rechtsradikalen Szene dar, und wird als Möglichkeit der internationalen Vernetzung genutzt. Die Teilnehmerzahlen bewegen sich in den letzten Jahren im Bereich von mehreren Hundert. In führenden Positionen wie dem Bundesvorstand der JN sind immer wieder einflussreiche Personen des Neonazi-Spektrums zu finden. Frühere Abgrenzungsbeschlüsse der JN-Führung gegenüber dem Neonazi-Lager waren lediglich taktisch motiviert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.jn-buvo.de/index.php?option=com_weblinks&view=category&id=22%3Alandesverbaende&Itemid=18
  2. [1] Verfassungsschutzbericht 2008 des Bundesamt für Verfassungsschutz S. 96
  3. [2] Verfassungsschutzbericht 2007 des Bundesamt für Verfassungsschutz S. 82

Weblinks[Bearbeiten]

Bundesvorsitzende der JN[Bearbeiten]

  • Alfons Huber (1971–1973)
  • Günter Deckert (1973–1975)
  • Winfried Krauß (1975–1977)
  • Gösta Thomas (1977–1980)
  • Rainer Vogel (1980–1983)
  • Claus Cruse (1983)
  • Hermann Lehmann (1983–1987)
  • Karl-Heinz Sendbühler (1987–1989)
  • Thilo Kabus (1989–1990)
  • Frank Kolender (1990–1991)
  • Erhard Hübchen (1991–1992)
  • Andreas Storr (1992–1994)
  • Holger Apfel (1994–1999)
  • Sascha Roßmüller (1999–2003)
  • Stefan Rochow (2003–2007)
  • Michael Schäfer (2007–heute)