Kohlenstoff-Blase

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Die Kohlenstoff-Blase oder englisch carbon bubble ist ein eingängiger Begriff für die Diskrepanz zwischen den international vereinbarten Zielen der CO2-Minderung und den bestehenden Schürf- und Förderplänen der Energieunternehmen. Diese kann zu einer massiven Entwertung der betroffenen Firmen mit krisenhaften Auswirkungen auf die Konjunktur führen, wenn die politischen Klimaziele ernsthaft durchgesetzt werden.

Begriff und Konsequenzen[Bearbeiten]

Der Begriff "carbon bubble" wurde von James Leaton geprägt, einem Wirtschaftsprüfer, der für die Carbon Tracker Initiative arbeitet. Nach seinen Berechnungen kann die Menschheit bis 2050 noch rund 900 Gigatonnen CO2, in den darauffolgenden 50 Jahren nur 75 Gigatonnen emittieren, um das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten, d. h. die Klimaerwärmung nicht über zwei Grad, gemessen am Jahr 1900, hinausgehen zu lassen. Wenn jedoch die heute nachgewiesenen Kohle-, Öl- und Gasreserven der Welt erschlossen und verbrannt werden, führt das - Leatons Berechnungen zufolge - zu Emissionen von 2.860 Gigatonnen CO2. Daraus folgt, dass mehr als zwei Drittel der heute bekannten fossilen Energieträger in der Erde bleiben müssen und nicht gefördert werden dürfen ("Unburnable Carbon"), sollen die internationalen Klimaschutzziele eingehalten werden.

Die von den großen internationalen Energieunternehmen wie Shell, BP, Eni, Total oder Statoil erworbenen Förderrechte machen einen großen Teil ihres Firmenwertes aus. Nach Berechnungen der HSBC, Großbritanniens größter Bank, können diese Firmen 40 bis 60 Prozent ihres Marktwertes einbüßen, wenn die Anleger davon ausgehen, dass die internationalen Klimaschutzziele durchgesetzt werden und die Firmen ihre Planungen nur zum kleineren Teil umsetzen können. Dies könnte zu wirtschaftlichen Verwerfungen bis hin zu einer ernsthaften Krise führen.

Vorausschauenden Anlegern sollte daher empfohlen werden, sich rechtzeitig von Geldanlagen in Firmen zu trennen, deren Geschäftsmodell zu großen Teilen auf Förderung und Verbrennung fossiler Brennstoffe basiert. Dies gilt auch für Kommunen (Divestment).

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Siehe auch[Bearbeiten]