Kommunalwahlen in Bayern 2020

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Bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020 in Bayern konnten die Grünen beeindruckende Erfolge erzielen. Bei den Stadtrats- und Kreistagswahlen erreichten sie landesweit 17,3% der Stimmen, das ist rund die Hälfte mehr als bei der vorangegangenen Wahl. In den kreisfreien Städten liegen sie sogar im Schnitt bei 23,2%. Landesweit konnten sie nach eigenen Angaben 2.951 Mandate erringen, das sind 1.268 mehr als vor sechs Jahren.

Ehemalige Volksparteien verlieren[Bearbeiten]

Dengegenüber verloren die beiden "Volksparteien" erheblich. Die CSU erhielt landesweit 34,5% der Stimmen und damit das schlechteste Ergebnis seit 1952. Dennoch stellt sie in fast allen Kreistagen (Ausnahme: Kreis Landshut) die stärkste Fraktion. Die SPD landete mit 13,7% auf dem dritten Platz. Erfreulich aus grüner Sicht, dass die AfD mit 4,7% nicht allzu stark punkten konnte. Die Freien Wähler hatten sich sicherlich auch nach ihrer Regierungsbeteiligung im Land mehr als die 4,1% versprochen, die letztlich herauskamen, und die FDP ist mit 2,7% eigentlich unter "Sonstige" zu zählen, die landesweit (ohne die FDP) 5,1% erzielten.

Die Ergebnisse als Tabelle[Bearbeiten]

Ergebnisse der Kommunalwahlen 2020 in Bayern
(Stadtratswahlen und Kreistagswahlen)
Wahlvorschlag 2020 2014 Änderung
CSU 34,5 39,6 -5,1
GRÜNE 17,3 10,2 +7,1
SPD 13,7 20,7 -7,0
AfD 4,7 0,3 +4,4
FDP 2,7 2,4 +0,3
Freie Wähler 4,1 3,8 +0,3
Sonstige 5,1 3,9 +1,2
Gemeinsame Wahlvorschläge 9,3 3,7 +5,6
Wählergruppen 8,6 15,4 -6,8
Wahlbeteiligung 58,8 54,6 +4,2

Besondere Erfolge der Grünen[Bearbeiten]

Der grüne Kommunalwahlkampf war schwerpunktmäßig unter die Themen Klimaschutz, Vorbereitung auf den Klimawandel und Mobilität auch im ländlichen Raum gestellt worden. Als Wahlziel hatten sich die Grünen eine Zahl von 2.500 Mandaten gesetzt, eine Marke, die sich am Nachhinein als recht bescheiden erwies.[1]

In einigen Gemeinderäten wurden die Grünen stärkste Fraktion. An erster Stelle ist hier Trunkelsberg mit 55,58% zu nennen, gefolgt von Markt Berolzheim mit 44,9%, Schondorf am Ammersee mit 43,5% Würzburg (32,5%), Pullach im Isartal (31,2%), München (29,1%), Lauf an der Pegnitz und Unterhaching (jeweils 28,4%), Neufahrn bei Freising (27,6%), Landshut (25,4%) und Münsing (20,9%).

Nur teilweise erfolgreich waren die Grünen bei der Wahl von Personen, nämlich Bürgermeister/innen und Landrät/innen. So besetzen sie jetzt nur noch ein Landratsamt (im Kreis Miltenberg wurde Jens Marco Scherf wiedergewählt). Bei den Wahlen der Bürgermeister/innen konnten sich im ersten Wahlgang Markus Reichart (Gemeinde Heimenkirch, 63,5%), Franz Heilmeier (Neufahrn bei Freising, 50,7%) und Alexander Herrmann (Schondorf am Ammersee, 51,5%) durchsetzen. In den 26 Stichwahlen mit Grüner Beteiligung war Susanna Tausendfreund mit gut 53% für eine zweite Amtszeit als Bürgermeisterin von Pullach im Isartal erfolgreich.

Wegen der Corona-Risiken fanden die Stichwahlen am 29.03. ausschließlich als Briefwahl statt; dennoch wurde die Gefährdung der Wahlhelfer/innen kritisch diskutiert.[2]

Fußnote[Bearbeiten]

  1. Grüne Bayern: Kommunalpolitische Erklärung (Lindau 2019); siehe auch Bayerischer Rundfunk: Grüne wollen klimaneutrale Kommunen in Bayern, 17.01.2020
  2. BR: Offener Brief: "Durchführung der Stichwahl überdenken", 24.03.2020

Quellen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]