Shared Space - Beispiele und Argumente für lebendige öffentliche Räume

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Angaben zur Literatur:

TitelSharedSpace.jpg

Hrsg: Cornelius Bechtler, Anja Hänel, Marion Laube, Wolfgang Pohl, Florian Schmidt

Shared Space - Beispiele und Argumente für lebendige öffentliche Räume

Verlag: Verein zur Förderung kommunalpolitischer Arbeit - Alternative Kommunalpolitik e. V.
Ort: Bielefeld
Erscheinungsjahr: 2010
Seitenzahl: 216
Preis: 15 €
ISBN 978-3-9803641-7-1

Bezug: Bestellung bei der Heinrich-Böll-Stiftung oder der AKP

Das Buch "Shared Space - Beispiele und Argumente für lebendige öffentliche Räume" entstand 2010 in einer Kooperation zwischen der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Verkehrsclub Deutschland, dem Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, dem VCD Nordost, dem Bildungswerk für Alternative Kommunalpolitik und der Zeitschrift "Alternative Kommunalpolitik". Es enthält Beiträge von 13 AutorInnen zum Konzept des "Shared Space", zu realisierten Projekten und praktischen Erfahrungen sowie zur Diskussion des Konzpts unter Fragestellungen aus Sicht der Planung, der Verkehrspsychologie, der "schwachen" VerkehrsteilnehmerInnen und des Verkehrsrechts.

Rezension von Gerd Rudel[Bearbeiten]

Auf dieses Buch habe ich schon lange gewartet: Über den "Shared Space" genannten neuen Planungsansatz in der Verkehrspolitik, der auf rücksichtsvolles Verhalten aller VerkehrsteilnehmerInnen im gemeinsamen Raum setzt statt auf Funktionstrennung, Regeln und Verbote, gab es nämlich bisher kaum systematische Veröffentlichungen. Das vorliegende Buch befasst sich wirklich umfassend mit dem Konzept, schildert, wie es in der Praxis funktioniert, und diskutiert durchaus kontrovers die Vorteile und Probleme dieses Modells, so zum Beispiel seine Eignung auch für Großstädte. Das Buch zeichnet sich durch ein ausgewogenes Urteil aus und enthält sich jeglicher Euphorie, die das Shared Space-Konzept anfänglich als "Ei des Kolumbus" in der kontroversen kommunalpolitischen Verkehrsdiskussion feierte. Das Buch macht aber dennoch Mut, dieses Konzept auszuprobieren, das auf Kommunikation und Gestaltung setzt und auf Restriktionen und Vorrechte einzelner Verkehrsteilnehmer weitgehend verzichtet.

Sabine Lutz, eine Kollegin des bereits verstorbenen "Shared Space"-Erfinders Hans Monderman, gibt eine Einführung in die Grundlagen und erläutert einige holländische Beispiele. Jürgen Gerlach, der bundesdeutsche Planungswissenschaftler, der sich wohl am intensivsten mit dem Konzept auseinandergesetzt hat, diskutiert die verkehrlichen Effekte verschiedener Shared Space-Projekte. Außerdem gibt es Beiträge zu ähnlichen Planungsansätzen in Großbritannien, der Schweiz, Frankreich und Belgien. Diese Beispiele zeigen sehr nachdrücklich, dass Shared Space ein recht flexibles Instrumentarium sein kann, das sich entsprechend der jeweiligen Situation variabel anwenden lässt.

Positiv hervorzuheben ist der ausführliche Diskussionsteil, in dem das Pro und Contra des Shared Spared-Konzepts aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln erörtert wird. Ein Glossar zu wichtigen Begriffen der Shared Space-Diskussion vervollständigt diesen äußerst empfehlenswerten Sammelband.

Keine Kritik also? Eine kitzekleine: Wenn die – erfreulich zahlreichen – Bilder von den vorgestellten Shared Space-Projekten farbig wären, wäre dieses Buch wohl für lange Zeit konkurrenzlos. Aber wahrscheinlich auch unbezahlbar...

Gerd Rudel ist Bildungsreferent der Petra-Kelly-Stiftung.

Weitere Rezensionen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]