Städtepartnerschaft Berlin-Kreuzberg - San Rafael del Sur

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Zivilgesellschaftliche Solidarität als Grundlage[Bearbeiten]

Ein Beispiel dafür, dass die Solidarität mit Emanzipationsbewegungen im Süden in eine Städtepartnerschaft münden kann, ist die Partnerschaft zwischen San Rafael del Sur (Nicaragua) und Berlin-Kreuzberg. Sie stand nach der sandinistischen Revolution in der klassischen linken Tradition der Unterstützungsbrigaden für den Aufbau einer neuen Gesellschaft. 1984 gründete sich ein Städtepartnerschaftsverein, die Städtepartnerschaft wurde 1985 offiziell besiegelt.

Mit der Wahlniederlage der Sandinisten gab es 1990 eine heftige Auseinandersetzung darüber, ob die Solidaritätsarbeit unter der neuen rechten Regierung fortgeführt werden und wie unabhängig sie von staatlicher Politik hierzulande sein könnte und sollte. Darüber spaltete sich die Initiative. Mit dem Argument, dass es um die Solidarität mit den Völkern und nicht mit den Regierungen gehe, führte eine Mehrheit die Zusammenarbeit auch angesichts des Niedergangs der Solidaritätsbewegungen fort. Es gelang, durch eine enge Kooperation mit gesellschaftlichen Gruppen eine Vielzahl von Projekten durchzuführen, die mit Mitteln der Kommune, des BMZ, der EU, des Landes und von verschiedenen Stiftungen finanziert wurden.

1996 bildete sich in Nicaragua aus den aktiven Trägern der Zusammenarbeit die gemeinnützige Nicht-Regierungsorganisation CEDRU (Centro de Desarrollo Rural, Zentrum für ländliche Entwicklung) als Partner, die vom Kreuzberger Verein unabhängig ist und auch eigene Projekte durchführt. Sie ist inzwischen zum wichtigsten lokalen Ansprechpartner geworden und hat aufgrund ihrer starken Basisverankerung auch zunehmend die Funktion einer Interessenvertretung der Bevölkerung gegenüber der Gemeindeverwaltung übernommen.

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