Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege

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Der Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment und Diversity (VIW) ist ein Wohlfahrtsverband, der am 03.06.2014 von elf Migrant/innen-Organisationen in Berlin gegründet wurde. Ziel ist, der Unterversorgung von Menschen mit Migrationshintergrund in Wohlfahrt und Sozialarbeit entgegenzuwirken. Der Verband wird als interkulturelle Ergänzung zur Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege verstanden, die bisher aus Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Deutschem Roten Kreuz, Paritätischem Wohlfahrtsverband und Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland besteht. Zugleich will der VIW als innovative Kraft für soziale Dienstleistungen in der Einwanderungsgesellschaft wirken. Laut dem Positionspapier des VIW ist die Gründung auch als Kritik an einigen Mechanismen in der etablierten Wohlfahrtspflege zu verstehen: "Ein tiefgreifender Umbau für sämtliche Bereiche der Wohlfahrtspflege, wie er angesichts der Bevölkerungsentwicklung notwendig erscheint, hat bisher nicht stattgefunden. Bei knapper werdenden öffentlichen Ressourcen stehen einige notwendige Entwicklungen (z.B. Etablierung neuer Dienstleister) im krassen Widerspruch zum nachvollziehbaren Interesse des Bestandsschutzes seitens etablierter Institutionen."

Das Positionspapier formuliert für den Beginn einen Leitgedanken und drei Thesen:

  • Leitgedanke: Wir möchten die transethnische und transkulturelle Perspektive der Migrantengruppen in die gemeinsame Gestaltung der Zukunft unseres Landes einbringen.
  • Deutschland und seine Bevölkerung haben sich in den letzten Jahrzehnten entscheidend verändert. Die Pluralität der heutigen Gesellschaft bildet sich in den bestehenden Strukturen der Wohlfahrtspflege in ihren Planungs- und Entscheidungsprozessen nicht ausreichend ab.
  • Die Zukunft eines solidarischen Zusammenlebens in Deutschland ist auf jede Form des Bürgerschaftlichen Engagements angewiesen. Jeder Beitrag zur Förderung des Ehrenamtes ist ein Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.
  • Der Verband für interkulturelle Wohlfahrtspflege möchte das ehrenamtliche Potential der Minderheitengruppen durch Professionalisierung und institutionelle Interessenvertretung fördern, weiterentwickeln und eine transkulturelle Perspektive in die gesellschaftlichen Planungsprozesse einbringen.

Der Aufbau von bundesweiten Verbandsstrukturen und die Beteiligung an Planungsprozessen in der Wohlfahrtspflege ist für die Zukunft geplant, ebenso die Ausweitung auf weitere Trägerorganisationen.

Weblinks[Bearbeiten]