Wirtschaftliche Aspekte nichttechnischer Maßnahmen zur Emissionsminderung im Verkehr

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Wirtschaftliche Aspekte nichttechnischer Maßnahmen zur Emissionsminderung im Verkehr ist der Titel einer Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2013.

Fragestellung und Methoden[Bearbeiten]

Die Studie ging von folgenden Fragestellungen aus:

  • Zahlt sich umweltfreundliche und emissionsarme Mobilität für die Verkehrsteilnehmer/innen aus?
  • Welche Folgen hat mehr umweltorientierte Mobilität für die Gesamtwirtschaft?
  • Mittels welcher Instrumente kann der ökol. Umbau unserer Mobilitätssysteme gelingen?

Untersucht wurden beispielhaft 5 Maßnahmen:

  • 10 Prozentpunkte mehr Fuß- und Radverkehr in den Städten
  • 10 Prozentpunkte mehr Bus- und Tramnutzung in den Städten
  • 10% kürzere Wege mit PKW auf allen Strecken
  • 10% weniger Kraftstoff je Person auf allen Strecken
  • 10% mehr Bahnnutzung im nationalen Güterverkehr

Die Folgen dieser Maßnahmen wurden jeweils für die individuelle, die volkswirtschaftliche und die politische Ebene untersucht. Dabei wurden die Effekte in folgenden Kategorien ermittelt:

  • Private Kosten
  • Fahr- und Wartezeit
  • Gesundheit
  • Verkehrssicherheit
  • Umwelt, Klima, Lärm

Zur Berechnung der individuellen Effekte wurde ein eigener Mobilitätskostenrechner als Excel-Tool unter dem Namen PExMO (Private und externe Kosten der Mobilität] entwickelt. Das PExMo-Tool ist frei downloadbar (siehe Abschnitt "Weblink").

Für die makroökonomische Modellierung wurde ein Tool namens ASTRA-D verwendet. Dabei handelt es sich um ein integriertes Wirtschafts- und Verkehrsmodell. Es entstand aus dem europäischen ASTRA-Modell, das für diesen Zweck wesentlich verfeinert wurde.

Einige Ergebnisse[Bearbeiten]

Die generelle Empfehlung der Studie kann wie folgt zusammengefasst werden: Ökologischer Umbau ist möglich und hat positive Effekte für Individuen und Volkswirtschaft. Dabei muss Rad- und Fußverkehrsförderung immer mit ÖPNV-Förderung kombiniert werden. Daraus resultieren im Ergebnis positive volkswirtschaftliche Effekte (Investitionen, Arbeitsplätze) trotz reduziertem PKW-Absatz.

Sehr großer volkswirtschaftlicher Nutzen entsteht bei Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsträger durch die Gesundheitseffekte. Wer häufiger zu Fuß geht oder mit dem Rad fährt, verbessert die eigene Gesundheit und Lebenserwartung. Dieser Effekt wird in den verwendeten Modellen in ökonomischen Nutzen umgerechnet.

Besonders starke positive Wirkung können erreicht werden, wenn Wege insgesamt verkürzt werden. Zum einen verkürzen sich dadurch alle Autofahrten - so führt eine Wegeverkürzung um 10% auch zu 10% geringerem Kraftstoffverbrauch und entsprechender Emissionsminderung. Zusätzlich findet jedoch eine Ersetzung (Substitution) von Verkehrsträgern statt: Kürzere Wege werden häufiger zu Fuß oder mit dem Rad erledigt.Dies hat in der Stadt eine noch größere Ersparnis von Auto-Kilometern zur Folge. Im Ergebnis können bei Verkürzung aller Wege um 10% die Auto-km um über ein Drittel reduziert werden.

Die Förderung des Bahngüterverkehrs ist im Ergebnis volkswirtschaftlich neutral. Die verringerten Investitionen in den Straßenausbau und die vermehrten in die Bahninfrastruktur heben sich in ihren volkswirtschaftlichen Wirkungen ungefähr auf.

Weblinks[Bearbeiten]