Zwischen Wohlstand und Verarmung

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"Zwischen Wohlstand und Verarmung" ist der Titel des regionalen Armutsberichts des Deutschen Paritätischen Wohlstandsverbands (kurz: "Paritätischer") 2013. Der Bericht entstand aus der Zusammenführung des erstmals 2009 vorgelegten Armutsatlas des Paritätischen mit den seitdem regelmäßig veröffentlichten regionalen Armutsquoten der statistischen Landesämter und des statistischen Bundesamtes. Da inzwischen Daten seit 2005 vorliegen, kann der Bericht nicht nur regionale Unterschiede, sondern mit einiger Vorsicht auch zeitliche Trends der Armutsentwicklung darstellen.

Vollständiger Titel[Bearbeiten]

Der Paritätische Gesamtverband: Zwischen Wohlstand und Verarmung: Deutschland vor der Zerreißprobe. Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland 2013

Einige Ergebnisse[Bearbeiten]

Dem Bericht zufolge steigt die Armut in Deutschland an: Von 2006 bis 2012 ist die Armutsquote von 14,0 Prozent auf mittlerweile 15,2 Prozent gestiegen, ein "trauriges Rekordhoch". Besonders auffällig ist, dass 2001 die Armutsquote trotz sinkenden Arbeitslosenquote und einer sinkenden SGB-II-Quote weiter stieg, was auf die Zunahme des Niedriglohnsektors zurückzuführen ist. Erneut stellt der Verband fest, dass sich die Armuts- von der Wirtschaftsentwicklung abgekoppelt hat (S. 4).

Beim "Länderranking" hat sich kaum etwas verändert, nur die Spreizung nimmt tendenziell zu. Am niedrigsten ist die Armutsquote in Baden-Württemberg und Bayern (ca. 11% mit sinkender Tendenz), am höchsten in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen (ca. 23% und weiter steigend). Die Armutsquote steigt jedoch in den meisten Bundesländern, Ausnahmen sind - neben den genannten - Rheinland-Pfalz und Sachsen (S. 5f.) Immerhin konnte der Anstieg in NRW und Berlin im Jahr 2012 nahezu gestoppt werden (S. 7f.). In NRW sind allerdings die regionalen Unterschiede sehr groß (S. 8f.). Im Ruhrgebiet beträgt die Armutsquote mittlerweile 19%. Sehr groß sind auch die Unterschiede zwischen ausgewählten Großstädten. Am besten stehen München und Stuttgart da (gut 11 bzw. 13%), am schlechtesten Leipzig und Dortmund (ca. 26%, S. 10)

Der Bericht untersucht auch "regionale Armutsspiralen": "Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Armut in einem Bundesland und der dortigen Wirtschaftsleistung. ... Konkret bedeutet dies, dass ganze Regionen in dramatische Abwärtsspiralen geraten oder sich bereits mittendrin befinden. Wenn aber die wachsende individuelle Armut auf eine massive öffentliche Finanznot trifft, wenn ausgerechnet dort die öffentliche Infrastruktur wegbricht, wo die Menschen am meisten darauf angewiesen wären, wenn immer mehr Fachkräfte und Familien wegziehen an attraktivere Standorte, wo sie auch Arbeit finden, werden auch Investitionen und die Neuansiedlung von Arbeitsplätzen ausbleiben. Kurz: Es entstehen regionale Armutsspiralen und Verwerfungen, die allein durch die Akteure vor Ort, ohne massive finanzielle Unterstützung von außen, in diesem Fall von Bund oder Ländern, weder gestoppt noch umgekehrt werden können." (S. 10f.)

Der Tabellenanhang gibt auch Auskunft über die Armutsquoten und die Trends seit 2005 für die Raumordnungsregionen, geordnet nach Bundesländern und in einer zweiten Tabelle in einem regionalen Armutsranking. Grafiken zeigen für jedes Bundesland den Trend seit 2005 im Vergleich zum Bundestrend.

Weblink[Bearbeiten]

  • Paritätischer: Zwischen Wohlstand und Verarmung. Deutschland vor der Zerreißprobe, Einstiegsseite zum regionalen Armutsbericht 2013 mit Link auf pdf-Download (29 Seiten, 1,8 MB)