Jahrbuch für Kulturpolitik 2009

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Angaben zur Literatur:


Hrsg: Institut der Kulturpolitischen Gesellschaft

Jahrbuch für Kulturpolitik 2009

Verlag: Klartext-Verlag
Ort: Bonn/Essen
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenzahl: 505
Preis: 19,90 €
ISBN 978-3-8375-0192-6


Rezension von Gerald Munier (Bielefeld, Februar 2010)[Bearbeiten]

Der zu besprechende Band ist der 9. (!) in der engagierten Jahrgangsreihe – wie immer unter der Federführung von Bernd Wagner entstanden, der bekannt ist als Autor zahlreicher kulturpolitischer Fachbücher und Abhandlungen. Die Jahrgangsbände enthalten stets wiederkehrende Rubriken wie Kulturstatistik, Chronik, Literatur und Adressen, die für Kulturschaffende hochinteressant sind, zumal es gerade in dem Bereich der Kulturstatistik sonst nicht viel verlässliches Material gibt.

Als Hauptattraktion gilt aber immer das jeweilige Schwerpunktthema – in diesem Band: Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik. Zu dieser Thematik sind diesmal über 50 Autorinnen und Autoren mit insgesamt 42 Aufsätzen vertreten. Darunter begegnen uns bekannte Namen wie Wolfgang Thierse, Hermann Glaser, Monika Griefhahn, Katrin Göring-Eckardt, Claus Leggewie, Helga Trüppel und viele andere. Die Beiträge sind in sieben große Artikelblöcke untergliedert: Erinnerungskulturen und Kulturnationen, Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik, Erinnerungs- und Geschichtspolitik nach der deutschen Einigung, Europäische und transnationale Erinnerungskulturen, Geschichte und Erinnerung in der Einwanderungsgesellschaft, Kommunale Geschichts- und Erinnerungspolitik und Medien des kulturellen Gedächtnis.

Als Historiker und nebenberuflicher Lehrbeauftragter für Theorie der Fachdidaktik Geschichte an der Universität Bielefeld weiß der Autor dieser Zeilen natürlich einen solchen Sammelband besonders zu schätzen. Es ist ja gar nicht so einfach, jungen Studierenden den Sinn von Geschichte nahe zu bringen und damit auch die Intention des Sammelns, Bewahrens, Archivierens und Erinnerns. Unsere Welt ist komplizierter geworden, und damit sind auch die Ansprüche an eine plausible Begründung der Erinnerungskultur gestiegen.

Nur wenn die Geschichtsdidaktik Impulse für die Orientierung in Gegenwart und Zukunft zu geben vermag, macht Geschichtskultur Sinn: Sie stiftet dann Normen und Wertmaßstäbe, die der weiteren Emanzipation und Demokratiserung der Zivilgesellschaft nützen und überflüssige Formen von Herrschaft infrage stellen. Dieses Anliegen lässt sich in zahlreichen Aufsätzen des Jahresbandes aufspüren, und ich kann das Buch daher wärmsten empfehlen.

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