Neues Kommunales Finanzmanagement

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Als Neues kommunales Finanzmanagement (NKF) wird die Art der Haushaltswirtschaft bezeichnet, wie sie seit den Reformen des 2000er-Jahrzehnts in den meisten Kommunen praktiziert wird. Kern des NKF ist die doppischer Haushaltsführung, mit der das Geldverbrauchskonzept durch das Ressourcenverbrauchskonzept ersetzt wird.

Verschiedene Bezeichnungen[Bearbeiten]

Der Begriff "Neues kommunales Finanzmanagement" wurde mit den ersten Modellprojekten in NRW geprägt und wird dort bis heute verwendet. In anderen Bundesländern sind andere Bezeichnungen üblich, die jedoch dieselbe Bedeutung haben:

  • Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt: Neues Kommunales Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR)
  • Bayern: Neues Kommunales Finanzwesen (NKFW)
  • Hamburg: Neues Haushaltswesen Hamburg (NHH)
  • Hessen: Neues Kommunales Rechnungs- und Steuerungssystem (NKRS)
  • Thüringen: Neues Kommunales Finanzwesen (NKF)

NKF ist nicht nur Doppik[Bearbeiten]

Die häufige Gleichsetzung der Begriffe NKF und Doppik ist nicht richtig; zum neuen Finanzmanagement gehört weiterhin die geänderte Haushaltssteuerung: An die Stelle der (detaillierten) inputorientierten Steuerung, bei der die verfügbaren Geldmittel für jede Aufgabe vom Rat genau bestimmt werden, soll eine outputorientierte Steuerung treten, die Ziele festlegt und durch entsprechende Evaluationen die Zielerreichung misst. Dies erfordert ein geeignetes Berichtswesen. Schließlich sind auch die Budgetierung und die dezentrale Ressourcenverantwortung wichtige Elemente des NKF.

Was als Konzept so schlüssig formuliert wird, hapert jedoch häufig in der Umsetzung. Die Umstellung auf die Doppik ist zwar flächendeckend erfolgt, doch bleibt es in der politischen Steuerung häufig noch bei der Konzentration auf das Detail und dem Versuch der Inputsteuerung; gelegentlich fehlt es auch an einem funktionierenden Berichtswesen ebenso wie an der Qualifikation der politischen Entscheidungsträger/innen, die Instrumente des NKF steuernd zu nutzen.

Literatur[Bearbeiten]