Hinrich Wilhelm Kopf
Hinrich Wilhelm Kopf (1893-1966) war sozialdemokratischer Politiker und erster Ministerpräsident Niedersachsens nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach ihm sind in vielen niedersächsischen Gemeinden Straßen und Plätze benannt.
Im Jahr 2013 erschien eine Dissertation der Historikerin Teresa Nentwig: "Hinrich Wilhelm Kopf (1893–1961). Ein konservativer Sozialdemokrat". Darin wird auch Kopfs Rolle in der Zeit des Dritten Reichs thematisiert. Teresa Nentwigs Recherchen zufolge war Kopf zwischen 1939 und 1942 beim Raub von Privateigentum jüdischer und christlicher Polen in Oberschlesien beteiligt. Für seine Verdienste bei der "Entjudung" und "Deutschmachung" des besetzten Polens erhielt er Provisionen.
Die Veröffentlichung hat in verschiedenen niedersächsischen Gemeinden Diskussionen ausgelöst. Einige nach Kopf benannte Straßen, Plätze und Schulen wurden seit 2013 umbenannt. Andernorts, z. B. in Lüneburg und Vechta, soll den Straßenschildern eine Erläuterung hinzugefügt werden.
Weblinks[Bearbeiten]
- Hinrich Wilhelm Kopf in der wikipedia
- Teresa Nentwig: "Hinrich Wilhelm Kopf (1893–1961). Ein konservativer Sozialdemokrat" (Inhaltsverzeichnis und Zusammenfassung der Dissertation, pdf-Format, 4 Seiten)
- Süddeutsche Zeitung: Die braune Vita von Niedersachsens erstem Ministerpräsidenten, 11.07.2013
- focus Regional: Niedersachsen und das schwierige Erbe Hinrich Wilhelm Kopfs, 25.04.2015
Literatur[Bearbeiten]
- Teresa Nentwig: Hinrich Wilhelm Kopf: Ein konservativer Sozialdemokrat, 2013, 941 Seiten, ISBN 978-3775260725