Monitor Nachhaltige Kommune, Bericht 2020

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Der Bericht 2020 des "Monitors Nachhaltige Kommune" basiert auf einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung, erstellt vom Meinungsforschungsinstitut KANTAR und dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die Befragung fand im Spätsommer 2020 statt.

Cover der Publikation

Bevölkerung will Klimaschutz[Bearbeiten]

Wie steht es um den kommunalen Klimaschutz? Zunächst: Das Thema ist in der Bevölkerung und in den Kommunen angekommen. 55% der Befragten sind der Ansicht, der Klimawandel sei bereits spürbar; ein weiteres Drittel erwartet, dass er früher oder später spürbar wird. Rund zwei Drittel erwarten, dass sich der Klimawandel auf das eigene Leben negativ auswirken wird. Und fast die Hälfte (46 bzw. 44%) finden, dass in ihrer Kommune Klimaschutz und Klimaanpassung einen höheren Stellenwert haben sollten.

Potenziale der Kommunen[Bearbeiten]

Um die Handlungsfelder der Kommune zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen zu identifizieren, verwendet die Publikation ein Schema des "Service- und Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz". Danach handelt die Kommune in vier Rollen:

  • Verbraucherin und Vorbild: kommunale Liegenschaften und dieVerwaltung selbst, Fuhrpark, Straßenbeleuchtung etc.;
  • Verorgerin und Anbieterin: Wohnungsbaugesellschaften, Energieerzeugung, ÖPNV, Nahwärme, Abfall und Abwasser
  • Planerin und Reguliererin: Siedlungs- und Bauleitplanung, Verkehrsregulierung, Gebührensatzungen
  • Beraterin und Promoterin: Energieberatung, Photovoltaik-Potenzialkataster, Unterstützung für Energiegenossenschaften, Förderprogramme.

Entlang dieser Bereiche kann eine Planung für eine systematische Klimaschutzstrategie einer Kommune entwickelt werden. Um die Klimaziele zu erreichen, auf die sich Deutschland verpflichtet hat, ist der Beitrag der Kommunen unverzichtbar.

Kommunen handeln[Bearbeiten]

Als ein zentrales Instrument zur Messung von Fortschritten im Klimaschutz sieht die Bertelsmann Stiftung die Erstellung lokaler Treibhausgasbilanzen an. Viele Kommunen erstellen mittlerweile solche Bilanzen, in denen sich natürlich nicht nur die eigenen Anstrengungen widerspiegeln, sondern auch Aktivitäten anderer. Rund 80% der Kommunen, die das tun, stellen fest, dass ihre Emissionen über alle Gruppen von Emittenten hinweg, verglichen mit 1990, über die Jahre gesunken sind. An der Spitze stehen hier die kommunalen Einrichtungen mit einer Reduzierung von 62%, gefolgt von den privaten Haushalten mit 60%. Viel zu tun bleibt jedoch noch im Verkehrssektor, wo die Treibhausgase nur um 21% gesunken sind. Häufig fehlt es auch an konkreten Ausbauzielen für erneuerbare Energien.

Mittlerweile verfügen 87 Prozent der Kommunen über ein Klimaschutzkonzept, in 82 Prozent aller befragten Kommunen gibt es ausgewiesenes Personal für Klimaschutz. 61 Prozent arbeiten mit einer ressortübergreifende Arbeitsgruppe „Klimaschutz“. Damit gehört der Klimaschutz heute zum Kern der kommunalen Aufgaben.

Weblinks[Bearbeiten]

Frühere Ausgaben des Monitors Nachhaltige Kommune[Bearbeiten]