René Bacher

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René Bacher (geb. 1986 in Dieburg) ist seit dem 01.03.2022 Erster Stadtrat in der Kreisstadt Dietzenbach und damit hauptamtliches Mitglied des Magistrats sowie allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters.

Als Erster Stadtrat leitet er das Dezernat II der Kreisstadt Dietzenbach. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören insbesondere die Bereiche Soziale Dienste, Bildung, Kultur, Ehrenamt und Sport sowie die Stabsstelle Integration und Flüchtlinge.

Kommunalpolitisch engagiert sich Bacher seit 2009 für Bündnis 90/Die Grünen. Von 2012 bis zu seinem Wechsel in den Magistrat war er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt Dietzenbach. Von 2016 bis 2019 war er stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher. Anschließend gehörte er dem Magistrat zunächst als ehrenamtlicher Stadtrat an, bevor er 2022 zum hauptamtlichen Ersten Stadtrat gewählt wurde.

Daneben ist Bacher Mitglied des Kreistags des Kreises Offenbach. Dort ist er stellvertretender Sprecher der grünen Kreistagsfraktion und aktuell Mitglied im Schulausschuss sowie im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeit.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Abitur schloss Bacher das Erste und Zweite Staatsexamen für das Gymnasiallehramt für die Fächer Wirtschaft und Politik sowie Geographie in Frankfurt am Main und Offenbach am Main ab. Anschließend erwarb er ebenfalls die Lehrberechtigung für das Grundschullehramt für die Fächer Deutsch, Mathematik und Ethik.

Bevor er Erster Stadtrat wurde, war René Bacher rund ein Jahrzehnt im Schuldienst tätig. Zuvor und parallel engagierte er sich außerdem in der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit, unter anderem in den Bereichen Beteiligung, Berufsorientierung und Integration.

Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten]

Schwerpunkte seiner Tätigkeit als Erster Stadtrat sind die Bereiche Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung, soziale Infrastruktur, Integration, Kultur, Sport und gesellschaftliche Teilhabe.

Seniorenarbeit[Bearbeiten]

Im Bereich der Seniorenarbeit wurde die Vernetzung von Beratung, Prävention, Pflege, gesellschaftlicher Teilhabe und ehrenamtlicher Unterstützung weiterentwickelt. Zur kommunalen Struktur gehören unter anderem Seniorenberatung, Gemeindepflege, Seniorenzentrum, Seniorenbeirat sowie die Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsverbänden, Pflegeeinrichtungen, Vereinen, Kirchen und Ehrenamtlichen.

Dietzenbach beteiligte sich zudem als Modellkommune an geförderten Projekten zur Weiterentwicklung wohnortnaher Unterstützungsstrukturen. Einen Schwerpunkt bilden präventive Angebote mit dem Ziel, Selbstständigkeit im Alter möglichst lange zu erhalten, soziale Isolation zu vermeiden und pflegende Angehörige zu unterstützen.

Kinderbetreuung und Bildung[Bearbeiten]

Während seiner Amtszeit wurde der Ausbau der Kinderbetreuung in Dietzenbach fortgeführt. Dazu gehörten unter anderem die Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze, Erweiterungen bestehender Kindertagesstätten sowie die qualitative Weiterentwicklung der Einrichtungen.

Mit der Kita 13 wurden zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen. Für die Kita 12 wurde eine Erweiterung um zusätzliche Gruppen auf den Weg gebracht. Gleichzeitig wurde die Einrichtung baulich und pädagogisch weiterentwickelt.

Zur Bewältigung des Fachkräftemangels wurden neue Wege bei der Personalgewinnung eingeschlagen. Dazu gehörte unter anderem die Anwerbung pädagogischer Fachkräfte aus dem europäischen Ausland. Daneben wurden bestehende Kindertagesstätten stärker zu Familien- und Begegnungsorten weiterentwickelt.

Neben dem Ausbau der Betreuungskapazitäten wurde die Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung systematisiert. Die Entwicklung von Betreuungsbedarf, Platzkapazitäten und Personal wird regelmäßig fortgeschrieben. Während zu Beginn von Bachers Amtszeit noch erhebliche zusätzliche Platzbedarfe prognostiziert wurden, verlagerte sich der Schwerpunkt in den folgenden Jahren zunehmend auf die Nutzung und Weiterentwicklung des vorhandenen Bestands, die Gewinnung pädagogischer Fachkräfte sowie die qualitative Weiterentwicklung der Einrichtungen. Im U3-Bereich besteht weiterhin zusätzlicher Betreuungsbedarf.

Zur Fachkräftegewinnung setzte die Stadt unter anderem auf eine verstärkte Ausbildung eigener Nachwuchskräfte, Kooperationen mit Fachschulen und Arbeitsmarktakteuren sowie die Beteiligung an europäischen Programmen zur Gewinnung pädagogischer Fachkräfte aus dem Ausland. In den Jahren 2023-2026 bestanden in den städtischen Einrichtungen die höchste Ausbildungsquote im Landkreis Offenbach von laufenden Ausbildungsverhältnisse.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Qualitätsentwicklung in den städtischen Kindertagesstätten. Gemeinsam mit der pädagogischen Fachberatung, Kita-Leitungen und Beschäftigten wurde ein einheitliches Qualitätshandbuch erarbeitet. Es definiert Standards und Prozesse unter anderem für pädagogische Arbeit, Organisation, Zusammenarbeit, Gewaltschutz und Qualitätsentwicklung. Das Dietzenbacher Modell wurde 2024 von Bacher und der pädagogischen Fachberatung Karin Fiedel in der Fachzeitschrift Alternative Kommunalpolitik vorgestellt.

Integration und gesellschaftliche Teilhabe[Bearbeiten]

Zu Bachers Dezernat gehört die kommunale Integrations- und Flüchtlingsarbeit. Das Dietzenbacher Integrationsbüro begleitet Menschen mit Migrationsgeschichte und Geflüchtete und koordiniert verschiedene Angebote gemeinsam mit sozialen Trägern, Ehrenamtlichen und weiteren Institutionen.

Während Bachers Amtszeit wurden unter anderem die Integrationslotsenprogramme fortgeführt und neue Lotsinnen und Lotsen qualifiziert. Darüber hinaus gehören niedrigschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien, Kinder und Geflüchtete zu den Aufgaben des Bereichs.

Die kommunale Integrationsarbeit wurde während Bachers Amtszeit strukturell weiterentwickelt. 2025 erfolgte eine Fortschreibung des Integrationskonzepts „Dietzenbach in Bewegung“. Dabei überprüften die bestehenden Arbeitsgruppen ihre Ziele und passten sie an aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen an. Die Ergebnisse wurden anschließend gemeinsam mit politischen Gremien und Beiräten weiter beraten.

Zu den etablierten Instrumenten gehören die Integrationslotsinnen und Integrationslotsen, Sprach- und Begegnungsangebote sowie die Projektförderung des Integrationsbüros. Eine offene Sprechwerkstatt für Frauen wird regelmäßig von mehr als 20 Teilnehmerinnen genutzt. Ergänzt wird das Angebot unter anderem durch geförderte Sprachkurse und Sprachmittlung bei Schulen, Kindertagesstätten, Behörden und medizinischen Einrichtungen.

Über das Landesprogramm „Sport integriert Hessen“ werden zudem Menschen an Dietzenbacher Sportvereine und niedrigschwellige Bewegungsangebote vermittelt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Kindern, Jugendlichen und Geflüchteten.

2026 gelang der Kreisstadt die erneute Aufnahme in das Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Seit April 2026 ist Dietzenbach wieder als „Partnerschaft für Demokratie“ aktiv. Im Rahmen des Programms werden Projekte zur Demokratieförderung, zur Gestaltung gesellschaftlicher Vielfalt sowie zur Prävention von Extremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit unterstützt.

Kultur[Bearbeiten]

Im Bereich Kultur wurde während Bachers Amtszeit unter anderem die stärkere Vernetzung der kommunalen Kultur- und Bildungseinrichtungen vorangetrieben.

2026 wurde das neue Kulturforum in der Dietzenbacher Altstadt eröffnet. Dort werden Stadtbücherei, Historisches Museum und Musikschule räumlich und konzeptionell stärker miteinander verbunden. Auch das Stadtarchiv wird dort angesiedelt werden. Ziel ist es, die Einrichtungen stärker zu vernetzen und die Altstadt als Kultur-, Bildungs- und Begegnungsort weiterzuentwickeln.

Zu Bachers Zuständigkeitsbereich gehören außerdem das Capitol, die Stadtbücherei, die Musikschule, die Volkshochschule sowie weitere kulturelle und bildungsbezogene Einrichtungen der Stadt.

2024 wurde die zuvor vom Verein vhs Dietzenbach e. V. getragene Volkshochschule kommunalisiert und vollständig in die Kreisstadt Dietzenbach übernommen. Sie wurde dem neu organisierten Fachbereich Bildung, Kultur und Ehrenamt zugeordnet und stärker mit den übrigen kommunalen Kultur- und Bildungseinrichtungen vernetzt.

Nach der Kommunalisierung wurde das Programmangebot weiterentwickelt. 2025 führte die Volkshochschule 209 Kurse mit insgesamt 9.118 Unterrichtseinheiten und 2.623 Teilnehmenden durch. Neue Angebote entstanden unter anderem in den Bereichen Kunst und Kultur, Bewegung, Sprachen und digitale Bildung. Auch die Integrationskurse wurden ausgebaut.

Auch die Stadtbücherei wurde während Bachers Dezernatsverantwortung stärker als Bildungs-, Lern- und Begegnungsort profiliert. Die Zusammenarbeit mit Schulen, Kindertagesstätten, Volkshochschule und weiteren Einrichtungen wurde ausgebaut und durch zusätzliche Angebote zur Lese-, Medien- und Demokratiebildung ergänzt.

Zwischen 2022 und 2025 stieg die Zahl der jährlichen Besuche von 22.443 auf 29.629. Auch die Zahl der Veranstaltungen und die Nutzung des Medienbestandes nahmen zu. 2025 wurden 108 Veranstaltungen mit mehr als 2.200 Teilnehmenden sowie insgesamt 78.720 Entleihungen verzeichnet.

Capitol Dietzenbach[Bearbeiten]

Während Bachers Zuständigkeit für den Kulturbereich wurde das Capitol Dietzenbach programmatisch weiterentwickelt und zugleich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einzelner Bereiche verbessert. Zwischen 2022 und 2024 stiegen die privatrechtlichen Leistungsentgelte des Hauses um rund 65 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich der Kostendeckungsgrad um rund sechs Prozentpunkte.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im Bereich Kabarett: Zwischen 2022 und 2024 stieg die Besucherzahl um rund 165 Prozent.

Auch die Auslastung des Hauses nahm deutlich zu. Zwischen 2022 und 2025 stieg die Zahl der Veranstaltungsnutzungen um rund 77 Prozent und erreichte 2025 einen neuen Höchststand. Die Einnahmen aus Raummiete und veranstaltungsbezogenen Zusatzleistungen lagen 2025 rund 54 Prozent über dem Niveau von 2023.

Parallel wurde das städtische Kulturprogramm ausgebaut. Zwischen 2023 und 2025 stieg die Zahl der Eigenveranstaltungen um rund 17 Prozent, die Besucherzahl sogar um rund 24 Prozent. Für 2025 weist der Jahresbericht für die Eigenveranstaltungen insgesamt ein positives veranstaltungsbezogenes Ergebnis aus.

Die Entwicklung zeigt, dass in diesem Zeitraum eine Ausweitung des Kulturangebots, steigende Besucherzahlen und eine verbesserte veranstaltungsbezogene Wirtschaftlichkeit parallel erreicht werden konnten. Sie wurde gemeinsam mit dem Team des Capitols sowie mit Kooperationspartnern, Veranstaltern und Künstlerinnen und Künstlern getragen.

Sport und Bewegung[Bearbeiten]

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau öffentlicher Sport- und Bewegungsangebote.

Am Waldstadion entstanden auf ehemaligen Tennisplätzen drei Pickleball-Felder. Die Anlage wurde durch ein in Dietzenbach ansässiges Unternehmen finanziert und 2025 eröffnet. Die Plätze stehen unter anderem Vereinen, Schulen und der Öffentlichkeit zur Verfügung.

2026 begann außerdem der Bau einer neuen Sport- und Freizeitanlage an der Paul-Brass-Straße. Dort entstehen unter anderem ein Soccerfeld, ein kombiniertes Basketball- und Volleyballfeld sowie eine Calisthenics-Anlage. Die Planung wurde unter Beteiligung Jugendlicher entwickelt.

Daneben wurden weitere frei zugängliche Bewegungsangebote und Sportflächen im Stadtgebiet geschaffen beziehungsweise weiterentwickelt.

Digitalisierung, Energie und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zu Beginn seiner Amtszeit verantwortete Bacher neben den Bereichen Soziales, Integration und Kultur auch für 2 Jahre den Bereich Bauen.

In dieser Zeit wurden unter anderem Projekte zur Digitalisierung kommunaler Infrastruktur, zur Energieeffizienz sowie zum Ausbau erneuerbarer Energien umgesetzt beziehungsweise vorbereitet.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Modernisierung der Dietzenbacher Straßenbeleuchtung. Nach Vorbereitung wurde das Projekt 2024 durch den neuen Baudezernenten fortgeführt. Mehrere hundert Straßenlaternen wurden infolgedessen auf LED-Technik umgestellt und digital vernetzt. Teile des Systems reagieren bedarfsgerecht auf Verkehr und Nutzung. Das Projekt wurde 2026 mit dem Hessischen Staatspreis für innovative Energielösungen ausgezeichnet.

Auch Photovoltaikprojekte auf kommunalen Gebäuden und weitere Maßnahmen zur energetischen Modernisierung wurden in dieser Zeit umgesetzt beziehungsweise vorbereitet.

Bürgerdialog und Beteiligung[Bearbeiten]

Seit 2023 bietet Bacher unter dem Titel „Auf eine Tasse Tee mit dem Ersten Stadtrat“ regelmäßige Gesprächsrunden mit Bürgerinnen und Bürgern an. Das Format soll einen direkten und niedrigschwelligen Austausch über kommunale Themen und persönliche Anliegen ermöglichen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Der Dietzenbacher Jugendbeirat bringt eigene Projekte und Vorschläge in die kommunale Entwicklung ein und wurde unter anderem bei der Planung von Sport- und Freizeitflächen beteiligt.

Weitere Funktionen[Bearbeiten]

Neben seiner Tätigkeit als Erster Stadtrat und Kreistagsabgeordneter ist Bacher in verschiedenen kommunalen Gremien und Beteiligungsgesellschaften tätig.

Darüber hinaus engagiert er sich bei GrünKom e. V., dem bundesweiten Netzwerk bündnisgrüner kommunaler Wahlbeamtinnen und Wahlbeamter, und gehört dessen Vorstand an.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Bacher veröffentlicht Beiträge zu kommunalpolitischen Praxisthemen. 2024 erschienen in der Fachzeitschrift Alternative Kommunalpolitik die Beiträge „Plätze, Mikroparks und Bushaltestellen – Dietzenbach schafft moderne Lebensräume“ sowie gemeinsam mit Karin Fiedel „Qualität in Kindertageseinrichtungen – Das Handbuch für alle Fälle“.

Weblinks[Bearbeiten]