Schutz vor UV-Strahlung

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Der Klimawandel geht in Deutschland auch mit einer vermehrten Zahl von Sonnentagen einher. Zugleich verbringen bei wärmerem Klima die Menschen mehr Zeit im Freien als früher. Beides zusammen lässt auch die Einstrahlung im Ultraviolett-Bereich (UV-Strahlung) ansteigen, was die Gefahr von Hautkrebs enorm erhöht. Besonders Kinder sollten geschützt werden; häufig führt vermehrte UV-Einstrahlung in jungen Jahren zu Hautkrebs im Erwachsenenleben. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums sind in den vergangenen 30 Jahren die Fallzahlen von Hautkrebs bei Männern um das Vierfache, bei Frauen gar um das Fünffache angestiegen.[1] Zwar ist en meisten Menschen das Risiko bewusst, doch klafft zwischen Wissen und Handeln, wie eine Umfrage im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) 2024 ergab, eine große Lücke.[2] Der Schutz vor UV-Strahlung ist damit - neben der individuellen Verantwortung - auch eine kommunale Aufgabe im Rahmen der Anpassung an den Klimawandel.

Praktische Maßnahmen zum UV-Schutz in Kommunen[Bearbeiten]

Im Rahmen einer Informationskampagne des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Strahlenschutz wurden Hinweise für praktische Maßnahmen zum UV-Schutz für Kommunen veröffentlicht.[3] Vier Vorschläge lassen sich herausheben:

  • UV-Index: Informationen zum aktuellen und erwarteten UV-Index lassen sich heute leicht beschaffen und können von der Kommune weiterverbreitet werden, z.B. auf der kommunalen Webseite, in Stadt-Apps oder auch durch digitale Anzeigetafeln an zentralen Orten. So kann die Bevölkerung sensibilisiert und zum Selbschutz angeregt werden.
  • Schattenoasen schaffen: An Orten, wo sich Menschen länger aufhalten, wie Haltestellen oder öffentlichen Plätzen, sollten durch bauliche Maßnahmen oder Bepflanzungen Schattenplätze angeboten werden. Als Übergangslösung können Sonnensegel oder Pavillons aufgestellt werden. Auch der Umbau von Asphalt oder Beton in Rasenflächen trägt zum UV-Schutz bei, da feste Oberflächen mehr UV-Licht reflektieren. Solche Veränderungen dienen auch dem Schutz vor Hitze an warmen Tagen. Längerfristig sollte auch über die großflächige Verschattung von Plätzen, Sportstadien oder Freilichtbühnen nachgedacht werden.
  • Tagesabläufe anpassen: Veranstaltungen im Freien sollten in Jahres- oder Tageszeiten verlegt werden, in denen die UV-Einstrahlung gering, ist bzw. an Orten geplant werden, die Schatten bieten.
  • Informieren und motivieren: Der UV-Schutz sollte in der kommunalen Öffentlichkeit stärker thematisiert werden. Je nach den örtlichen Gegebenheiten können dafür Bürgerversammlungen, Sitzungen des Stadt- oder Gemeinderats, Kindergärten, Schulen, Bauamt, Gesundheitsamt, öffentlicher Gesundheitsdienst sowie entsprechende Ausschüssen für Bau, Umwelt, Soziales, Verkehr etc. passende Orte sein. Auch lokale Expert:innen wie z.B. Fachärzt:innen können hierbei eingebunden werden.

Viele dieser Maßnahmen sind im Rahmen von Förderprogrammen zur Anpassung an den Klimawandel förderfähig.

Logo des UV-Schutz-Bündnis

UV-Schutz-Bündnis[Bearbeiten]

Das UV-Schutz-Bündnis ist eine Kooperation aus Gesellschaften, Organisationen und Behörden aus Strahlenschutz, Medizin, Wissenschaft und Arbeitsschutz. Es wurde 2012 gegründet mit dem Ziel, langfristig die Zahl der Neuerkrankungen an Hautkrebs und anderen Gesundheitsschäden durch UV-Strahlung zu reduzieren. Das Bündnis führt Fachgespräche durch, führt wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen und bereitet diese allgemeinverständlich auf; weiterhin erarbeiten die Bündnispartner Maßnahmen für einen wirksamen UV-Schutz. Das Bündnis hat u.a. 2017 das Grundsatzpapier Vorbeugung gesundheitlicher Schäden durch die Sonne - Verhältnisprävention in der Stadt und auf dem Land veröffentlicht.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Bundesumweltministerium: UV-Schutz
  2. Bundesamt für Strahlenschutz: UV-Schutz: Kluft zwischen Theorie und Praxis mit Link auf die Forsa-Umfrage
  3. Bundesamt für Strahlenschutz: Praxistipps zum UV-Schutz für Kommunen, 12.04.2023, sowie die dort verlinkte Broschüre

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]