Spielersperrsystem OASIS

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Das Spielersperrsystem OASIS (Online-Abfrage Spielerstatus) ist ein bundesweites Sperrsystem zur Prävention von Spielsucht in Deutschland. Es ermöglicht die Sperrung von Spielern für staatlich lizenzierte Glücksspielangebote, darunter Spielhallen, Casinos und Online-Glücksspiele. Das System dient dem Spielerschutz und der Bekämpfung problematischen Spielverhaltens, indem es gefährdete Personen vom Zugang zu Glücksspielen ausschließt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Entwicklung von OASIS geht auf den Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) zurück, der erstmals 2008 in Kraft trat und in späteren Versionen weiterentwickelt wurde. Mit der Reform des Glücksspielstaatsvertrags 2021 wurde das Spielersperrsystem bundesweit verpflichtend für alle lizenzierten Glücksspielanbieter eingeführt. Ursprünglich lag die Verwaltung des Systems in Hessen, genauer bei der dortigen Glücksspielaufsicht. Ziel der Einführung war es, einerseits Spielerschutzmaßnahmen zu stärken und andererseits illegales Glücksspiel einzudämmen.[1]

Anwendungsgebiete[Bearbeiten]

Das OASIS-Spielersperrsystem findet Anwendung in verschiedenen Glücksspielbereichen:

  • Spielhallen und Casinos: Spieler können sich selbst sperren oder von Dritten gesperrt werden, wenn Anzeichen von Spielsucht bestehen.
  • Online-Glücksspiel: Lizenzierte Online-Anbieter müssen das System nutzen, um gesperrte Spieler zu identifizieren und vom Spielbetrieb auszuschließen.
  • Sportwetten: Sowohl stationäre Wettbüros als auch Online-Wettanbieter mit deutscher Lizenz sind zur Nutzung des Sperrsystems verpflichtet.
  • Lotterien mit hohem Suchtpotenzial: Auch bestimmte Lotterieangebote, die als besonders suchtfördernd gelten, sind in das Sperrsystem einbezogen. Ausnahmen sind Lotterien, die nicht mehr als zweimal in der Woche abgehalten werden. Ein Beispiel dafür ist Lotto 6aus49. Hier wird das Suchtpotenzial etwas niedriger eingestuft.[2]

Rechtliche Aspekte[Bearbeiten]

Die Teilnahme am OASIS-System ist für alle in Deutschland lizenzierten Glücksspielanbieter gesetzlich vorgeschrieben. Grundlage hierfür ist der Glücksspielstaatsvertrag, der die Nutzung des Sperrsystems als verbindliche Maßnahme zur Spielsuchtprävention vorschreibt. Das Spielen bei Anbietern ohne OASIS ist nicht erlaubt und kann eine Strafe nach sich ziehen.[3] Verstöße gegen die Sperrpflicht oder eine unzureichende Implementierung des Systems können hohe Bußgelder und Lizenzentzug zur Folge haben.

Eine zentrale Frage ist, ob Sportwetten ohne OASIS-Anbindung strafbar sind. Rechtlich gesehen ist die Teilnahme an einem nicht lizenzierten Wettanbieter, der nicht im OASIS-System registriert ist, für den Spieler nicht direkt strafbar, allerdings kann der Anbieter selbst gegen deutsche Vorschriften verstoßen. Die rechtliche Lage bleibt komplex, da ausländische Anbieter oft unter EU-Recht operieren und daher schwer zu regulieren sind.

Rolle der Kommunen[Bearbeiten]

Kommunen spielen eine wichtige Rolle bei der Überwachung der Einhaltung des Sperrsystems. Sie sind zuständig für die Erteilung von Genehmigungen für Spielhallen und Wettbüros und kontrollieren deren Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben. In Zusammenarbeit mit Landesbehörden und Ordnungsämtern überprüfen sie, ob Betreiber das OASIS-System vorschriftsmäßig nutzen und ob gesperrte Spieler tatsächlich vom Glücksspiel ausgeschlossen werden.

Darüber hinaus tragen Kommunen durch Präventionsprogramme zur Sensibilisierung der Bevölkerung bei. Sie unterstützen Beratungsstellen und fördern Aufklärungsmaßnahmen, um die Risiken von Glücksspielsucht in der Bevölkerung zu minimieren. Zudem arbeiten kommunale Sozial- und Gesundheitsämter mit Suchtberatungsstellen zusammen, um betroffenen Spielern und deren Angehörigen Unterstützung zu bieten. In vielen Städten gibt es Kooperationen mit Wohlfahrtsverbänden und privaten Initiativen, die sich für Spielerschutz und verantwortungsvolles Glücksspiel einsetzen.

Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld der Kommunen ist die Bekämpfung illegaler Glücksspielangebote. Durch regelmäßige Kontrollen und Razzien in nicht lizenzierten Spielstätten stellen Ordnungsämter sicher, dass nur regulierte Glücksspielanbieter operieren und das OASIS-Sperrsystem ordnungsgemäß angewendet wird. Gleichzeitig werden Maßnahmen ergriffen, um die Bevölkerung über die Gefahren illegaler Wettanbieter und die Bedeutung der Spielersperre zu informieren.[4]

Funktionsweise und Ablauf einer Sperrung[Bearbeiten]

Spieler können sich freiwillig für das OASIS-System registrieren und eine Selbstsperre beantragen.[5] Darüber hinaus können auch Dritte, etwa Familienangehörige oder Glücksspielanbieter, eine Fremdsperre veranlassen, wenn begründeter Verdacht auf problematisches Spielverhalten besteht. Die Sperre gilt bundesweit und kann für eine Mindestdauer von drei Monaten bis hin zu unbefristeten Zeiträumen verhängt werden. Eine Aufhebung der Sperre ist erst nach Ablauf der Mindestfrist und nach einem Antrag auf Entsperrung möglich.

Herausforderungen und Kritik[Bearbeiten]

Obwohl OASIS ein wichtiges Instrument zur Spielsuchtprävention darstellt, gibt es auch kritische Stimmen. Einige Spieler sehen in der Sperrung eine zu starke Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit. Zudem gibt es immer noch zahlreiche illegale oder ausländische Anbieter, die nicht am OASIS-System teilnehmen und gesperrten Spielern eine Alternative bieten. Ein weiteres Problem ist die technische Umsetzung, da es vereinzelt Berichte über unrechtmäßige Sperren oder fehlerhafte Datenverarbeitung gibt.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. gluecksspiel-behoerde.de: Spielersperrsystem, 08.03.2025
  2. evz.de: Spielersperre: Wie kann ich mich für Online-Glücksspiel sperren lassen?, 17.02.2023
  3. hockeyweb.de: Sind Sportwetten ohne OASIS strafbar?, 05.02.2025
  4. innen.hessen.de: Unerlaubtes Glücksspiel, 09.03.2025
  5. rp-darmstadt.hessen.de: Spielersperrsystem OASIS: Neues digitales Antragsformular freigeschaltet, 06.11.2024