Starkregen

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Als Starkregen wird Regen bezeichnet, bei dem in kurzer Zeit große Regenmengen auftreten.

Definition[Bearbeiten]

Das Kriterium für Starkregen ist das Abweichen vom Üblichen - daher gelten in unterschiedlichen Weltregionen auch unterschiedliche Definitionen für Starkregen. In Deutschland spricht man von Starkregen, wenn

  • in 5 Minuten mehr als 5 Liter/m²,
  • in 10 Minuten mehr als 10 Liter/m² oder
  • in einer Stunde mehr als 17 Liter/m²

fallen.[1] Das Umweltbundesamt zählt für seine interaktive Karte (siehe unten unter Siehe auch) Tage mit mehr als 20 Litern/m² Niederschlag zu den Starkregentagen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht ab einer Niederschlagshöhe von 10 mm (Liter) pro Quadratmeter in 60 Minuten bzw. einer Niederschlagshöhe ab 1,7 mm pro Quadratmeter in 10 Minuten von Starkregen. Er warnt vor Starkregen in 2 Stufen, wenn voraussichtlich folgende Schwellenwerte überschritten werden:

  • Regenmengen 15 bis 25 l/qm in 1 Stunde oder 20 bis 35 l/qm in 6 Stunden (Markante Wetterwarnung)
  • Regenmengen > 25 l/qm in 1 Stunde oder > 35 l/qm in 6 Stunden (Unwetterwarnung)

Starkregen kann die Gewässer und die Kanalsysteme überfordern und so zu Hochwasser führen. Auch wenn dies nicht eintritt, kann er durch überlaufende Kanalisationen Gewässerverschmutzungen verursachen. Klimaforscher/innen erwarten, dass mit dem Klimawandel die Starkregenereignisse häufiger auftreten, so dass für die Zukunft entsprechende Folgen öfter zu erwarten sind. Kommunen sind daher aufgefordert, sich darauf einzustellen und Vorsorge zu treffen. Generell kann Starkregen je nach den örtlichen Verhältnissen entweder über die Kanalisation abgeleitet werden, deren Kapazität dann aber ausreichen muss, oder oberirdisch über entsprechende Fließwege einem Vorfluter oder einem Zwischenspeicher zugeführt werden - möglichst ohne die Sicherheit des Straßenverkehrs zu gefährden.

Kommunales Starkregenrisikomanagement[Bearbeiten]

Kommunen, für die Starkregen ein Risiko darstellt, wird ein kommunales Starkregenrisikomanagement empfohlen. Es besteht im Wesentlichen aus drei Schritten:

  1. Erstellen von Überflutungskarten, die zeigen, wo bei Starkregen Überschwemmungen zu erwarten sind und über welche Wege Starkregen abfließt (meist durch ein beauftragtes Ingenieurbüro).[2] Die Veröffentlichung von Starkregen-Gefahrenkarten kann jedoch auf Widerstände stoßen, weil sie für die Eigentümer/innen einzelner Grundstücke zur Folge hat, dass ihr Grundstück an Wert verliert und Versicherungsprämien steigen.[3]
  2. Risikoanalyse (z.B. gefährdete Gebäude und Einrichtungen, Risikoerhöhung durch bauliche Gegebenheiten, Gefahrenstellen wie Unterführungen, zusätzliche Gefahrenquellen wie Tanklager)
  3. Handlungskonzept (z.B. bauliche Maßnahmen zur Verminderung des Risikos, besondere Schutzmaßnahmen, Koordination der Rettungsdienste)[4]

Kommunale Vorsorgemaßnahmen[Bearbeiten]

Das Risiko von Starkregen wie auch die örtlichen Möglichkeiten der Vorsorge sind sehr unterschiedlich. Welche Maßnahme wo sinnvoll ist, muss vor Ort entschieden werden. Häufig wird es sinnvoll sein, sich fachlich beraten zu lassen. Eine entscheidende erste Voraussetzung sind Risikokommunikation und Risikobewusstsein, die örtlich sehr unterschiedlich ausgeprägt sind und ohne die Maßnahmen kaum durchsetzbar sind.

Maßnahmen setzen auf folgenden Ebenen an:

  • Administrative Vorsorgemaßnmahmen, z.B. Zusammenarbeit aller relevanter Verwaltungseinheiten etablieren, Risikoanalyse und -bewertung, Risikogebiete identifizieren, Notfallpläne erstellen
  • Städtebauliche Vorsorgemaßnahmen, z.B. Rückhalteräume und Fließwege vorsehen, angepasstes Bauen vorschreiben, Bauen in gefährdeten Gebieten vermeiden[5]
  • Technische Vorsorgemaßnahmen in Bereichen, in denen die Kommune direkt handelt, z.B. im öffentlichen Kanalnetz, bei Straßen und Wegen, Frei- und Grünflächen, an Fließgewässern und im Außengebiet.

Eine sinnvolle Maßnahmeplanung basiert grundsätzlich auf Gefahren- und Fließwegekarten (s.o.). Gefährdete Flächen sollten grundsätzlich in der Bauleit- und Freiraumplanung ausgewiesen werden; dort sind Retentionsräume (Flächen, in die das Wasser ausweichen kann) zu sichern und ggf. wiederherzustellen. In gefährdeten Gebieten müssen angepasste Bauweisen (z.B. erhöhtes Erdgeschoss, Mindesthöhe für Fenster- und Türöffnungen) vorgesehen werden. Besonderen Schutz benötigen z.B. Krankenhäuser, Versorgungsanlagen, Infrastrukturanlagen, relevante Wirtschaftsbetriebe, Betriebe und Anlagen mit umweltgefährdenden Stoffen; dagegen können z.B. Grünanlagen, landwirtschaftliche Flächen oder Kleingärten im Notfall auch als Überflutungsflächen dienen. Für den Fall von Extremereignissen sollte eine Kommune darüber hinaus einen Notfallplan besitzen. Für die Umsetzung von Maßnahmen und die Kommunikation sollte es in der Verwaltung eine zuständige Stelle oder Person ("Hochwasser-Kümmerer*in") geben.

Planerische und bauliche Maßnahmen haben folgende Ziele:

  • Flächen wie Zufahrten, Parkplätze oder Innenhöfe entsiegeln und damit die Oberfläche wasserdurchlässig machen; Grünflächen und andere Sicherbereiche anlegen, ggf. Pufferspeicher bauen, um die Kanalisation zu entlasten. Auch Dachbegrünungen können Wasser zeitweilig aufnehmen.
  • Regenwasser in vorgesehen Wege lenken; Notwasserwege schaffen, die auf dafür vorgesehenen Flächen enden; Flutwände bauen.
  • Je nach örtlichen Gegebenheiten sollten auch landwirtschaftliche Flächen betrachtet werden, von denen u.U. große Wassermengen ins Siedlungsgebiet strömen können.[6]
  • Gewässer sollten generell in einen naturnahen Zustand versetzt werden, dies fordert auch das EU-Recht.

Allerdings sind viele fachlich erforderliche bauliche Maßnahmen wie Rückhaltevorrichtungen oder Leitdämme für finanziell schlechter gestellte Kommunen nicht finanzierbar - auch nicht bei Förderung durch das Land.[7]

Die intensive Beteiligung der Anwohner*innen hilft, Maßnahmen effizient umzusetzen und Planungsverzögerungen z.B. durch Klagen zu vermeiden. Für die individuelle Vorsorge kann Eigentümer*innen empfohlen werden, sich einen Hochwasserpass ausstellen zu lassen.[8] Das Thema "Hochwasser und Vorsorge" eignet sich sogar, so Christian Erhardt in "KOMMUNAL", zur Behandlung in der Grundschule, beispielsweise in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr.

Quellen zu diesem Abschnitt[Bearbeiten]

Beispiele für kommunale Strategien[Bearbeiten]

Grünen-Vorschlag: Hochwasser-Vorsorgefonds[Bearbeiten]

Die Vorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, halt als Konsequenz aus der Hochwasser-Katastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz im Juli 2021 einen Hochwasser-Vorsorgefonds für Kommunen gefordert. Die Soforthilfe des Bundes von 400 Mio. € sei gut, aber nicht ausreichend. Zudem sollten Hausbesitzer mit KfW-Krediten oder steuerlicher Absetzbarkeit unterstützt werden, wenn sie ihr Haus mit baulichen Maßnahmen gegen Extremwetter schützen wollen.[10]

Unterstützung aus der Forschung[Bearbeiten]

Helmholtz-Zentrum: Fünf Prinzipien[Bearbeiten]

In einem umfangreichen Autor*innen-Papier vom Juli 2021 formulieren Wissenschaftler*innen des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung "Fünf Prinzipien für klimasichere Kommunen und Städte". In Kurzform sind dies:

  1. Frühwarnsysteme verbessern und den Bevölkerungsschutz stärken;
  2. Schwammfähigkeit und Speicherfähigkeit steigern;
  3. Klimaprüfung von kritischen Infrastrukturen durchsetzen;
  4. Klimasicherheit von Gebäuden fördern
  5. Gestaltungs- und Durchsetzungswille ist ebenso notwendig wie Kooperation und Solidarität.

Weblink[Bearbeiten]

Autor*innen des Helmholtz Zentrum für Umweltforschung: Fünf Prinzipien für klimasichere Kommunen und Städte, Juli 2021, mit vielen weiteren Verweisen; siehe auch RND, So geht klimasicher: Forschende entwickeln fünf Prinzipien für Städte und Kommunen, 22.07.2021

Geodaten-Plattform[Bearbeiten]

Im akuten Katastrophenfall können Kommunen und Rettungskräfte die Nationale Plattform für geografische Daten (NPGEO) der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) nutzen. Dort können Wetterwarnungen, Pegelstände und Satellitendaten abgerufen und Geoinformationen ausgetauscht werden. Auf interaktiven Karten können örtlich einsatzbezogene Daten wie zum Beispiel Schadensorte oder Lagen gesammelt werden. Möglich ist außerdem eine Bilddokumentation sowie die Freigabe der gesammelten Infos. Während der Hochwasserkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz im Juli 2021 wird diese Plattform kostenlos zur Verfügung gestellt. Notwendig ist lediglich eine Mail an npgeo-de@vfdb.de, der Zugang wird innerhalb einiger Stunden freigeschaltet.[11]

Forschungsförderung des Bundes[Bearbeiten]

Logo des Programms "Forschung für nachhaltige Entwicklung"

Im Rahmen seiner Strategie "Forschung für nachhaltige Entwicklung" (FONA) fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Handlungsfeld „Extremwetterereignisse in Deutschland erforschen“ zahlreiche Maßnahmen und Projekte, die hier nur aufgezählt werden. Häufig sind Kommunen als Partner*innen oder als Modellregionen an diesen Forschungen beteiligt:[12]

  • In der Maßnahme „ClimXtreme“ geht es anhand von Klimadaten um bessere Vorhersagen dazu, wie der Klimawandel Extremereignisse verändern wird.
  • In der Fördermaßnahme „RegIKlim – Regionale Informationen zum Klimahandeln“ werden sechs Modellregionen gefördert, die gemeinsam mit verschiedenen Akteuren neue Prozesse und digitale Werkzeuge für Lösungen vor Ort erarbeiten;
  • Im Schwerpunkt „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region“ wird erforscht, wie Städte und Regionen widerstandsfähig gegenüber Klimafolgen gemacht werden können.
  • Ein weiteres Forschungsprojekt namens „ExTrass“ hat zum Ziel, gemeinsam mit Stadtverwaltungen, dem Katastrophenschutz sowie der Zivilgesellschaft deutsche Groß- und Mittelstädte dabei zu unterstützen, sich gezielt auf Extremwetter vorzubereiten, z.B. durch angepasste Notfallpläne, bauliche Vorkehrungen und eine gezieltere Risikokommunikation.

Beratungstool "AKUT"[Bearbeiten]

Forscher*innen der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und der Hochschule Mainz (HS Mainz) zusammen mit Praxis- und kommunalen Partner*innen ein Beratungstool entwickelt, das Kommunen und Fachplaner*innen dabei unterstützen soll, Präventionsstrategien gegen Überflutungsschäden zu entwickeln. Dabei steht der Prozess im Mittelpunkt: Akteur*innen zusammenbringen, Zielkonflikte lösen und effiziente Lösungen gemeinsam entwickeln. Zentrales Element ist die Schaffung von Anreizen, die alle Akteur*innen motivieren, an einer gemeinsamen Lösung mitzuwirken. Ergebnis soll eine ortsspezifisch angepasste Strategie sein. Dazu stellt das Tool eine interaktive Karte und mathematische Modelle zur Verfügung, die helfen sollen, mögliche Maßnahmen zu entwickeln und auf ihre Wirkungen hin zu prüfen. Das Tool kann, so die Entwickler*innen, nach kurzer Einarbeitung auch ohne IT-Fachwissen genutzt werden.

Weblinks[Bearbeiten]

Studie "Starkregen und urbane Sturzfluten - Agenda 2030"[Bearbeiten]

Eine im Mai 2022 veröffentlichte Studie "Starkregen und urbane Sturzfluten - Agenda 2030" von Prof. Dr.-Ing. Theo G. Schmitt, Kaiserslautern, stellt das Spektrum möglicher Maßnahmen der Überflutungsvorsorge in Kommunen dar. Dabei wird nicht nur die Notwendigkeit von Starkregengefahrenkarten betont, sondern auch der richtige Umgang damit im Spannungsfeld zwischen Informationspflicht und Datenschutz erörtert. Schließlich werden "Handlungserfordernisse zur erfolgreichen Umsetzung des kommunalen Starkregenrisikomanagements auf den verschiedenen Ebenen politischer und wasserwirtschaftlicher Verantwortung identifiziert und Zukunftsaufgaben als Arbeitsaufträge im Sinne einer „Agenda 2030“ mit konkreter Ansprache der jeweiligen Adressaten formuliert" (zitiert aus der Kurzfassung).

Weblinks[Bearbeiten]

Audit Überflutungsvorsorge[Bearbeiten]

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) bietet Kommunen ein "Audit Überflutungsvorsorge - Hochwasser und Starkregen" an. Dazu kommen mehrere Expert*innen für zwei Tage in die Gemeinde und bringen alle an der Vorsorge beteiligten Akteure an einen Tisch. Bis jetzt (Stand Juni 2022) haben ca. 80 Kommunen ein solches Audit durchgeführt, darunter Köln, Braunschweig und Dresden.[13]

Weblink[Bearbeiten]

Arbeitshilfen und Programme einzelner Bundesländer[Bearbeiten]

Baden-Württemberg: Hohe Gefährdung[Bearbeiten]

Nach einer Mitteilung des Umweltministeriums Baden-Württemberg vom Dezember 2021[14] sind von den ca. 1100 Kommunen im Land knapp 970 hochwassergefährdet. Das Land hat flächendeckend Hochwassergefahren- und -risikokarten erstellen lassen.

Hochwasserpolitik in Bayern[Bearbeiten]

Fördermittel nur schleppend abgerufen[Bearbeiten]

Das Land Bayern hatte zunächst ein Sonderprogramm "Integrale Konzepte zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement" aufgelegt, das ab 1.1.2021 in die neuen Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben[15] überführt wurde. Eine Anfrage der Landtagsfraktion der Grünen im Juli 2020 zeigte, dass bis dahin nur rund 100 von den 2.000 bayerischen Kommunen Fördermittel beantragt oder Interesse gezeigt hatten. Die Grünen fordern ein größeres Informationsangebot und bessere Fördersätze.[16] Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) appellierte an die Kommunen, sich bestmöglich für Starkregen und Sturzfluten zu rüsten. "Jede Kommune kann es treffen. ... Für kleine Gemeinden können Sturzfluten sogar eine existenzielle Bedrohung sein." Neben Schutzmaßnahmen wie Deiche oder Schutzwände setzt das Umweltministerium auch auf die Umsetzung des Schwammstadt-Konzeptes in der Bauplanung. Dazu hat das Ministerium einen Leitfaden veröffentlicht.[17]

Flutpolder und "Hochwasser-TÜV"[Bearbeiten]

Im Juli 2021 kündigte der bayerische Ministerpräsident Söder in einer Regierungserklärung neben neuen Flutpoldern[18] einen "verpflichtenden Hochwasser-TÜV" für alle Gemeinden an. Eine unabhängige Stelle solle bewerten, wie eine Gemeinde gegen Hochwasser geschützt sei, und bei Bedarf eine Empfehlung für weitere Maßnahmen abgeben. Der Bayerische Gemeindetag hält dies für kaum umsetzbar, u.a. weil die Wasserwirtschaftsämter, die wesentliche Beiträge leisten müssten, bereits ausgelastet seien.[19] Gestützt wird dies durch die Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage aus der SPD-Fraktion. Danach wurden die Stellen der bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung zwischen 2003 und 2021 von 3.198 auf 2.550 reduziert, 648 Stellen fielen somit weg.[20]

Bayerisches Oberland: Projekt KARE[Bearbeiten]

Das Projekt KARE – Klimawandelanpassung auf regionaler Ebene soll in vier Landkreisen im bayerischen Oberland (südlich von München) Kommunen sensibilisieren und in zwei Pilotkommunen planungsrelevante Instrumente für das kommunale Risikomanagement und die Klimawandelanpassung entwickeln, testen und in andere Kommunen transferieren. Die Region ist aufgrund ihrer Lage am Nordrand der Alpen einem ansteigenden Risiko von Starkniederschlägen und Schneelasten ausgesetzt und mit einem enormen Wachstumsdruck konfrontiert, der mit zunehmender Versiegelung und hohen Flächenkonkurrenzen einhergeht. Insbesondere werden Methoden für die Erstellung integrierter Szenarien zur Abschätzung zukünftiger Risiko- und Schadentrends weiterentwickelt und erprobt. Nach der Ermittlung von Anpassungserfordernissen sollen schließlich Maßnahmen zur Risikominimierung auf Effektivität, Kosteneffizienz und Akzeptanz untersucht werden. Ergebnis soll u.a. ein Prozessleitfaden "Sturzflutrisikomanagement für Kommunen 2.0" sowie Medien- und Bildungsformate sein. Später ist auch der Transfer in andere Regionen und die Übertragung auf andere Naturgefahren (z. B. Hangrutschungen, Dürre) beabsichtigt.

Förderung in Hessen[Bearbeiten]

Das Land Hessen fördert die Erstellung einer Starkregenanalyse durch Kommunen zu 100%, wenn diese Mitglied im Bündnis der Klima-Kommunen sind. Bis Anfang 2022 hatten 26 Kommunen diese Förderung erfolgreich beantragt.[21] Weiterhin fördert das Land die Entsiegelung von Flächen oder die Anlage von Versickerungsmulden in Siedlungen mit bis zu 100%. Bis Februar 2022 waren zudem mehr als 200 Anträge für sogenannte Fließpfadkarten eingegangen. Diese zeigen die Wege, die das Wasser bei Starkregen durch die Kommune nehmen kann, und sind damit viel weniger aufwändig - aber auch weniger aussagekräftig - als vollständige Starkregen-Risikoanalysen.[22]

Vorsorgebeispiel: Die Stadt Bad Homburg vor der Höhe (Hochtaunuskreis, Hessen) hat Simulationen für drei unterschiedliche Starkregenereignisse durchführen und auf dieser Grundlage Fließwegekarten erstellen lassen. Feuerwehr, Stadtentwässerung, die Energieversorger und andere wichtige Stellen können diese Erkenntnisse in ihren Planungen berücksichtigen, aber auch die Bürger*innen sind aufgefordert, sich über ihre persönliche Gefährdung zu informieren und ggf. Vorsorge zu treffen.

Starkregengefahrenkarte für Nordrhein-Westfalen[Bearbeiten]

Das Geoportal stellt eine Starkregengefahrenkarte für ganz Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Unterschiedliche Arten von möglichen Ereignissen lassen sich ein- und ausblenden.

Weblinks

Grüne Anfragen in Thüringen[Bearbeiten]

Zur kommunalen Starkregenvorsorge in Thüringen hat die Landtagsfraktion der Grünen mehrere Anfragen gestellt, hier die Anfragen und die Antworten der Landesregierung:

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. vgl. Wikipedia, Artikel "Regen", Abschnitt Starkregen, mit verlinkten Quellen
  2. Siehe als Beispiel die Starkregen-Gefahrenkarten für Frankfurt am Main; weiteres Beispiel: Starkregen-Gefahrenkarte für Köln; siehe hierzu auch: Saarbrücker Zeitung, Alarm-Karten für kommende Wassermassen, 09.04.2019, sowie die Handlungsempfehlungen zur Erstellung von Starkregengefahrenkarten im Saarland der Hochschule Kaiserslautern (pdf-Format, 62 Seiten). Ausführlich auch Correctiv, Starkregengefahrenkarten: Klimakrise drängt Kommunen zu mehr Transparenz, 25.01.2020 mit vielen Hintergründen und Beispielen. Siehe auch SWR: Heidelberger Experte: Mit Karten und Simulationen gegen Hochwasser-Schwachstellen, Interview mit André Assmann, Chef der Heidelberger Firma "Geomer", 21.07.2021.
  3. Ausführlich dazu: Kölner Stadt-Anzeiger, NRW-Kommunen wehren sich gegen Starkregen-Risikokarten, 28.01.2018
  4. Details siehe Leitfaden aus Baden-Württemberg (unter Praxishilfen)
  5. Nach den Sturzfluten des Sommers 2021 warnt z.B. die Umweltministerin von Baden-Württemberg Thekla Walker (Bündnis 90/Die Grünen), Kommunen sollten das Bauen in Hochwassergebieten nicht mehr zulassen; Schwäbisches Tagblatt, Walker: Keine neuen Wohngebiete in Hochwassergebieten, 30.07.2021
  6. Hinweise dazu siehe: Lippeverband, Das können die Kommunen gegen die Folgen von Starkregen tun – Präventionsmaßnahmen
  7. Saarbrücker Zeitung: Der mühsame Kampf gegen die Wassermassen, 01.08.2021; der Artikel gibt einige weitere Einblicke in die Situation im Saarland.
  8. Der Hochwasserpass wird vom HochwasserKompetenzCentrum e.V. (HKC) in Köln bzw. von unabhängigen Sachverständigen ausgestellt; Eigentümer*innen kennen dadurch ihre individuelle Gefährdung und können sich auf Schadensereignisse vorbereiten, ggf. kann der Pass als Grundlage für eine maßgeschneiderte Elementarschadenversicherung dienen. Siehe z.B. GEV-Versicherung, Der Hochwasserpass – wie sicher ist Ihr Eigenheim?
  9. BR24, Hochwasserschutz-Konzept für neun Kommunen an der Volkach, 14.07.2021; Behörden Spiegel, Kommunaler Hochwasserschutz, 15.07.2021
  10. RND, Baerbock will Kommunen mit Hochwasser-Vorsorgefonds besser schützen, 23.07.2021
  11. Siehe: vfdb, Hochwasserlage - Unterstützung durch Geodaten, 15.07.2021
  12. Grundlage dieses Abschnitts ist die Pressemitteilung des BMBF "Karliczek: Forschung zu Extremwetter weiter ausbauen, um Vorsorge und Katastrophenschutz zu verbessern" vom 19.07.2021
  13. Proplanta: Starkregen-Gefahr: Müssen Kommunen besser vorsorgen?, 14.06.2022
  14. Land Baden-Württemberg: Hochwasser-Risikomanagement-Pläne veröffentlicht, 23.12.2021; siehe auch: Stuttgarter Zeitung, 970 Kommunen im Land von Hochwassergefahr bedroht, 23.12.2021
  15. Siehe Bayerisches Ministerialblatt: Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas 2021; pdf-Format, 36 Seiten)
  16. Bündnis 90 / Die GRÜNEN im Landtag Bayern: Nach schweren Unwettern: Sturzflut-Risiko in allen bayerischen Kommunen erfassen, Pressemitteilung vom 30.06.2021
  17. Merkur: Umweltminister: Kommunen sollten sich für Sturzfluten rüsten, 02.07.2021
  18. BR24: Söder: Neue Flutpolder in Bayern werden gebaut, 27.07.2021
  19. Merkur: Söder will verpflichtenden „Hochwasser-Tüv“ für Kommunen, 22.07.2021; BR24: Wasserwirtschaftsämter: Überlastet und kaputtgespart?, 30.07.2021
  20. Siehe Anfrage der Abgeordneten Margit Wild (SPD) und Antwort der Staatsregierung vom 19.07.2021 (pdf, 1 Seite)
  21. Siehe die Beispiele der Gemeinden Leun und Waldsolms: Zeitung für kommunale Wirtschaft, Starkregenanalysen: Zwei Kommunen untersuchen Auswirkungen auf Kanalsystem, 25.08.2021; Stern, 26 hessische Kommunen erstellen Starkregengefahrenkarte, 05.01.2022
  22. Süddeutsche Zeitung: Kommunen: Interesse an Schutz vor Starkregenschäden höher, 21.02.2022

Praxishilfen[Bearbeiten]

Hinweise für Privatpersonen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]