Starkregen

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Als Starkregen wird Regen bezeichnet, bei dem in kurzer Zeit große Regenmengen auftreten.

Definition[Bearbeiten]

Das Kriterium für Starkregen ist das Abweichen vom Üblichen - daher gelten in unterschiedlichen Weltregionen auch unterschiedliche Grenzen für Starkregen. In Deutschland spricht man von Starkregen, wenn

  • in 5 Minuten mehr als 5 Liter/m²,
  • in 10 Minuten mehr als 10 Liter/m² oder
  • in einer Stunde mehr als 17 Liter/m²

fallen.[1]

Starkregen kann die Gewässer und die Kanalsysteme überfordern und so zu Hochwasser führen. Auch wenn dies nicht eintritt, kann er durch überlaufende Kanalisationen Gewässerverschmutzungen verursachen. Klimaforscher/innen erwarten, dass mit dem Klimawandel die Starkregenereignisse häufiger auftreten, so dass diese Folgen für die Zukunft häufiger zu erwarten sind. Kommunen sind daher aufgefordert, sich darauf einzustellen und Vorsorge zu treffen.

Kommunales Starkregenrisikomanagement[Bearbeiten]

Kommunen, für die Starkregen ein Risiko darstellt, wird ein kommunales Starkregenrisikomanagement empfohlen. Es besteht im Wesentlichen aus drei Schritten:

  1. Erstellen von Überflutungskarten, die zeigen, wo bei Starkregen Überschwemmungen zu erwarten sind (meist durch ein beauftragtes Ingenieurbüro)[2]
  2. Risikoanalyse (z.B. gefährdete Gebäude und Einrichtungen, Risikoerhöhung durch bauliche Gegebenheiten, Gefahrenstellen wie Unterführungen, zusätzliche Gefahrenquellen wie Tanklager)
  3. Handlungskonzept (z.B. bauliche Maßnahmen zur Verminderung des Risikos, besondere Schutzmaßnahmen, Koordination der Rettungsdienste)[3]

Die Veröffentlichung von Starkregen-Gefahrenkarten ist jedoch umstritten; sie können für die Eigentümer/innen einzelner Grundstücke zur Folge haben, dass ihr Grundstück an Wert verliert und Versicherungsprämien steigen.[4]

Beispiele für kommunale Strategien[Bearbeiten]

Bayerisches Oberland: Projekt KARE[Bearbeiten]

Das Projekt KARE – Klimawandelanpassung auf regionaler Ebene soll in vier Landkreisen im bayerischen Oberland (südlich von München) Kommunen sensibilisieren und in zwei Pilotkommunen planungsrelevante Instrumente für das kommunale Risikomanagement und die Klimawandelanpassung entwickeln, testen und in andere Kommunen transferieren. Die Region ist aufgrund ihrer Lage am Nordrand der Alpen einem ansteigenden Risiko von Starkniederschlägen und Schneelasten ausgesetzt und mit einem enormen Wachstumsdruck konfrontiert, der mit zunehmender Versiegelung und hohen Flächenkonkurrenzen einhergeht. Insbesondere werden Methoden für die Erstellung integrierter Szenarien zur Abschätzung zukünftiger Risiko- und Schadentrends weiterentwickelt und erprobt. Nach der Ermittlung von Anpassungserfordernissen sollen schließlich Maßnahmen zur Risikominimierung auf Effektivität, Kosteneffizienz und Akzeptanz untersucht werden. Ergebnis soll u.a. ein Prozessleitfaden "Sturzflutrisikomanagement für Kommunen 2.0" sowie Medien- und Bildungsformate sein. Später ist auch der Transfer in andere Regionen und die Übertragung auf andere Naturgefahren (z. B. Hangrutschungen, Dürre) beabsichtigt.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. vgl. Wikipedia, Artikel "Regen", Abschnitt Starkregen, mit verlinkten Quellen
  2. Beispiel: Starkregen-Gefahrenkarte für Köln; siehe hierzu auch: Saarbrücker Zeitung, Alarm-Karten für kommende Wassermassen, 09.04.2019, sowie die Handlungsempfehlungen zur Erstellung von Starkregengefahrenkarten im Saarland der Hochschule Kaiserslautern (pdf-Format, 62 Seiten). Ausführlich auch Correctiv, Starkregengefahrenkarten: Klimakrise drängt Kommunen zu mehr Transparenz, 25.01.2020 mit vielen Hintergründen und Beispielen.
  3. Details siehe Leitfaden aus Baden-Württemberg (Weblinks)
  4. Ausführlich dazu: Kölner Stadt-Anzeiger, NRW-Kommunen wehren sich gegen Starkregen-Risikokarten, 28.01.2018

Praxishilfen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]